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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Geschichte der militärischen Verhältnisse der Stadt Düsseldorf. 427

Pappenheim und Piccolomini viel zu leiden. Noch schlechtererging es aber der Stadt Neuss, welche 1642 von den Hesseneingenommen war, die in Gemeinschaft mit den Weimar-anern und Franzosen die ganze Umgegend beunruhigten.Eine Unternehmung der Neusser Besatzung 1643 in dunklerNacht zu Schiff gegen Kaiserswerth wurde durch die Wach-samkeit des DüsseldorferAuslegers", eines kleinen Kanonen-bootes, welches im Frieden zur Handhabung des Zolles,im Kriege zur Vertheidigung des Platzes diente, verhindert.Hierfür rächte sich die Neusser Besatzung im Juli 1647,indem 50 Reiter eine Kaiserliche CompagnieFeuerröhrer"in der Nähe von Düsseldorf überfielen, 14 Mann nieder-hieben und den Fähndrich mit 58 Gefangenen nach Neusstransportierten.

Einquartirung von Freund und Feind muss zu jenerZeit wegen der mangelhaften Disciplin der Truppen ingleicher Weise lästig gewesen sein. So hatte Düsseldorf1649 das auf dem Durchmarsch befindliche BrandenburgischeDragoner-Regiment von Goldstein mit Stab und Bagageeinzuquartiren und erfahren wir, dass sich das Regimentgrobe Ausschreitungenmit Schlagen und Verwunden"zu Schulden kommen Hess. Ebenso sollen sich in der Aussen-bürgerschaft die Pfalz-Neuburgischen Reiter betragen haben.Als im Jahre 1651 sich Wolf gang Wilhelm und der grosseChurfürst in Folge Religionsstreitigkeiten entzweit hatten,schickte letzterer den General von Sparre mit einer Heeres-abtheilung, um einen Ueberfall auf Düsseldorf zu versuchen.Zunächst wurde Ratingen genommen und drangen Branden-burgische Abtheilungen schon bis Pempelfort vor. WeitereUnternehmungen wurden aufgegeben, nachdem beide Fürstenin einer persönlichen Zusammenkunft in Angermund einenWaffenstillstand schlössen, dem weitere Vergleichsverhand-lungen folgten. Wolf gang Wilhelm starb 1653 im Alter von75 Jahren und folgte ihm sein Sohn Philipp Wilhelm, unterdessen Regierung am 9. September 1666 zu Cleve ein Erb-vergleich zu Stande kam. Pfalz-Neuburg erhielt Jülichund Berg, Brandenburg das Uebrige; beide Fürsten solltenjedoch den ganzen Titel führen und die beiderseitigen Unter-thanen mit den WortenLiebe Getreue" bezeichnen dürfen,auch sollte der Schaden, welcher einem dieser Lande zu-gefügt würde, von beiden Theilen gemeinschaftlich getragenwerden.

Philipp Wilhelm machte sich sehr verdient um dasEmporkommen der Stadt, er liess das Rheinthor erweiternund unterhalb des Schlosses eine Bastion,das neue Werk",errichten; die alte Stadtmauer wurde dort abgebrochen