426 Geschichte der tnilitärischenVerhäUnisse der Stadt Düsseldorf.
liehen Revision unterworfen. Der damals entworfene Planzeigt uns 4 Bastionen am Eiskeller, am Mühlenplatz, amalten Flingerthor und am alten Bergerthor, ausserdemdie 1552 begonnene Citadelle in vervollständigter Formmit 2 Bastionen nach der heutigen Neustadt hin und einerBastion am damaligen Hafen,, gegenüber dem Rhein-Oert-chen. Bei diesem Umbau wurden auch Flinger- und Berger-Thor an ihre jetzigen Stellen verlegt. Stadt und Citadellewurden durch eine Brücke an der dort gelegenen Mühle ver-bunden. Zwischen dem Zollthor und dem Schlosse finden wirnoch 2 Thürme und da, wo das ehemalige Schlachthaus stand,einen Eckthurm, welcher als Pulverthurm diente. Wolf-gang Wilhelm versuchte nun auch, sich in den Besitz vonJülich zu setzen, was aber misslang. Der Kurprinz GeorgWilhelm erhielt hiervon Kenntniss und stieg in ihm derGedanke auf, sich dafür durch eine Ueberrumpelung vonDüsseldorf zu rächen. In einer Märznacht des Jahres 1614erschienen 400 Mann der Besatzung von Meurs mit Sturm-leitern vor Düsseldorf, geführt durch den BrandenburgischenOberst von Schwiegel. Die Wachsamkeit der Posten ver-hinderte den Handstreich und als die Bürger-Compagnienbewaffnet auf den Wällen erschienen, zog das Ueber-rumpelungs-Corps ab. Die Stärke der Besatzung hat sichin diesen Jahren oft geändert. Im Jahre 1617 bestanddie Garnison aus 6 Compagnien zu Fuss und 1 CompagnieReiter, in Summa mit Weibern und Kindern etwa 1800 Köpfe.Die Garnisonliste von 1625 ergiebt hingegen nur 440 Söldnermit 212 Weibern und 257 Kindern. 1628 wurde die Garnisonum 400 Mann zu Fuss und 2 Compagnien zu Pferdeverstärkt.
Durch den dreissig jährigen Krieg, ausgenommendie letzten Jahre, hat Düsseldorf nicht zu leiden gehabt,die Stadt wurde sogar 1630 durch die holländischen General-staaten als „Residentz-Statt, Cantzeln, Archival und Rechen-Kammer" für neutral erklärt und entging auf diese Weiseden vielfachen Geldcontributionen und Lasten der Ein-quartiiung. Am 30. August 1634 entlud sich über Düssel-dorf ein schreckliches Gewitter und schlug der Blitz in denschon erwähnten Pulverthurm. Ueber 50 Häuser wurdenzerstört, das Schloss und die Lambertuskirche stark be-schädigt, viele Menschen verloren das Leben und soll sogareine Kanone über den Rhein geschleudert worden sein.
In den Jahren 163Ö bis 1642 hatte Düsseldorf durchEinquartirung Kaiserlicher Kriegsvölker unter dem OberstMeutter und dem Stabsoberstlieutenant von Koppstein,sowie unter den Kaiserlichen Feldherren Lamboy, Hatzfeld,