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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Geschichte der militärischen Verhältnisse der Stadt Düsseldorf. 426

ausgeführt worden zu sein, da sich die Stände mit der Re-gierung über die Kosten im Zwiespalt befinden.

Zum Schutz de)' Festung waren die Bürger in 4 Coin-pagnien, strassenweise formirt, an deren Spitze je ein Raths-mitglied als Hauptmann, mit Lieutenant und Fähnrichstand. Sie sollten den Wachtdienst ausüben und hattenauf den Wällen ihren bestimmten Platz. Graminäus zeigtsie uns, zum Theil mit Feuerröhren, zum Theil mit Spiessenbewaffnet. Johann Wilhelm, der letzte Clevische Herzog,starb kinderlos am 25. März 1609. Der Hofjunker Adolfvon Eynatten wurde sofort zum Kaiser nach Prag geschickt,nm Botschaft von diesem wichtigen Ereignisse zu bringen,er kehrte nach 14 Tagen mit näheren Befehlen des Kaiserszurück.

Inzwischen hatte der Kurfürst von Brandenburgdurch seinen Bevollmächtigten Stephan von Hartefeld inBegleitung des Notars Gerhard Beckmann aus Köln undder mitgebrachten Zeugen von Düsseldorf Besitz ergreifenlassen und wurde das Brandenburgische Wappen an die,,Bergerporz" angeschlagen. Am nächsten Tage wird auchdas Wappen von Pfalz-Neuburg an dieBergerporz" an-geschlagen, ausserdem wollte der Kaiser die ClevischenLande als erledigtes Reichslehen einstweilen für sich inBeschlag nehmen. Im Vergleich zu Dortmund wird eineEinigung dahin erzielt, dass vorläufig gemeinschaftlicheVerwaltung durch Brandenburg und Pfalz-Neuburg ein-tritt. Markgraf Ernst von Brandenburg und PfalzgrafWolf gang Wilhelm von Neuburg hielten am 16. Juni 1609als Bevollmächtigte ihrer Fürsten ihren feierlichen Einzugin Düsseldorf und wohnten zusammen im Schlosse. Dieses(Kondominat hatte aber keinen langen Bestand, namentlichnachdem Markgraf Ernst gestorben und Kurprinz GeorgWilhelm ihm folgte. Im Jahre 1613 kam der KurfürstJohann Sigismund selbst nach Düsseldorf, um die ent-standenen Zwistigkeiten auszugleichen und um WolfgangWilhelm mit Anna Sophia, seiner Tochter, zu verloben.Hier soll nun beim Mittagsmahle der Kurfürst dem Wolf-gang Wilhelm eine Ohrfeige gegeben haben.

Von nun ab war ein Zusammenwohnen nicht mehrmöglich; die Brandenburger verlegten ihre Residenz nachCleve, wogegen Wolfgang Wilhelm in Düsseldorf verblieb.In aller Eile Hess er an der weiteren Befestigung der Stadtarbeiten, es wurden viele Gärten eingezogen, welche inErdwerke (halbe Monde") verwandelt wurden; wir findensolche vor dem Ratinger Thor, dem Mühlenrondell undam Rhein. 1620 wurde die ganze Befestigung einer gründ-