424 Geschichte der militärischen Verhältnisse der Stadt Dnsstildorf.
es geschehen, das Wasser stehen bleibe und nicht, wer solcheBrustwehren vertheidigen solle, im tiefen Schmutz zu stehenhabe, und auch wenn es friere und dann das Wetter abgehe,die Brustwehr nicht einfalle. Am Mühlenbastion sei derWall so niedrig und draussen so hoch, dass man vom Feldeauf die innere Stadtmauer und den Mühlenplatz sehenkönne; da solle der Graben vertieft und die Erde auf denWall geworfen; ferner an unterschiedlichen Orten Mauernmit Hameye (Stakete) angebracht werden, damit nichtJeder auf den Wall laufe.
Trotz dieses Berichtes entschloss sich die Verwaltungdoch nicht zu durchgreifenden Verbesserungen, nur wurdeam 7. October desselben Jahres ein Edikt erlassen, wo-nach Sträflinge zum Festungsbau verwandt werdensollten.
Werfen wir bei Beginn des 17. Jahrhunderts einenBlick auf Düsseldorf, so finden wir, dass der äussere Um-fang etwa derselbe geblieben ist, nur haben die Festungs-werke, wie schon gesagt, eine andere Gestalt erhalten. ImJahre 1527 erschien das erste deutsche Buch über Be-festigungskunst, verfasst von Albrecht Dürer. In diesem„Unterricht zur Befestigung der Schloss, Stadt und Flecken"wurde gelehrt, statt der Mauern Wälle und statt der ThürmeRondeils anzulegen. Johann III. hatte bei der Belagerungvon Münster 1535 die Vortheile dieser neuen Befestigungsartkennen gelernt und ist anzunehmen, dass der Anfang zurNeubefestigung von Düsseldorf in der angegebenen Art aufJohann III. zurückzuführen ist. Sein Nachfolger Wilhelm III.wurde durch seine kriegerischen Unternehmungen genöthigt,seine Hauptstadt bestens zu befestigen. Auf den Landtagenvon 1540 an wird vielfach mit den Ständen über die Mittelzum Festungsbau verhandelt, 1560 wird sogar die für da-malige Zeiten sehr hohe Summe von 30 000 Thalern be-willigt. Die Thürme wurden in Rondeils verwandelt, auchwurden Bastione mit casemattirten Flanken angelegt. Wirfinden solche Bastionen am Mühlenplatz, am heutigenAlleeplätzchen, am Bergerthor, mit der Spitze bis auf denheutigen Carlsplatz auslaufend, und am Rhein das Rhein-Oertchen.
Am Rhein wurde das Werft vom Rhein-Oertchen biszum Schlosse ausgebaut. Die nördliche Front blieb unver-ändert und diente der feste Thurm am Rheine als linke,das Rondeil auf dem Eiskeller als rechte Flankendeckung.Wir haben gehört, in welcher mangelhaften Verfassungdie Werke sich bei Beginn des 17. Jahrhunderts befanden,jedoch scheinen in den Jahren 1599 bis 1602 Verbesserungen