422 GeechicJUe der militärischen VerJtällnisse der Stadt Düsseldorf.
eammt dem fürstlichen Schloss nicht, wie es sich gezieme,besetzt werden; sintemal sich ein Theil der Bürger allhierzu verlauten gelüsten lassen, dass wenn sein gnädiger HerrKnechte hineinlegen werde, so wollten sie dieselben wiederherausjagen. Wie denn ihm noch gestern Hochstein allhierim schwarzen Hörn angesagt im Beisein des AmtmannsBlankenberg, dass er, Hochstein, von Andern gehört hätte,wie sich etliche Bürger allhier sollten haben verlauten lassen,sofern Knechte hierherkämen, so wollten sie die Knechtemit sammt dem Schultheiss todtschlagen. Unterm 24. August1584 schreibt Breckewolt wieder an die fürstlichen Rätheund schlägt ihnen vor, die 12 Soldaten, wovon täglich 6 dieWache an den Thoren hatten, auch zu den Nachtwachenheranzuziehen, namentlich auf dem Schloss und zur Auf-sicht eines oder zweier Bürger, damit sie daselbst keinelangen Finger machten. Dann sollten sie auch Nachts mitden Bürgern an den schwächsten Stellen des Walles Wachethun, es wäre rathsam, wenn auch 2 oder 3 Soldaten desHerzogs, von denen welche zu Willich lägen, dem Schultheissuntergeordnet würden, um unbekannte oder verdächtigePersonen, die sich in der Stadt betreffen Hessen, nötigen-falls einzuziehen, indem dies nicht Sache der Bürger sei,die ihrer Nahrung nachgehen müssten. In einem drittenSchreiben ohne Datum beklagt sich der Artilleriemeister,dass er seit 1583 mehrere Jahre hindurch vergeblich umVerbesserung der zur Fortification der Stadt Düsseldorfnöthigen Utensilien und Geräthe gebeten habe, er ergreifedaher die Gelegenheit, die Herren Räthe nochmals daraufaufmerksam zu machen, da nämlich die Winterzeit dazugeeignet sei, Verbesserungen vorzunehmen. Dem Augen-schein nach würden die Wände des Artilleriehauses binnen14 Tagen einfallen und das Dach desselben sei so baufällig,dass die noch vorräthigen Geschütze, Haken, Rohre undandern Dinge vergänglich und zerstört würden, auch könneer nicht dafür einstehen, falls etwas vorkäme oder gestohlenwürde. Er müsse die desfallsige Schuld allein auf den Burg-grafen zurückweisen, der keiner seiner Vorstellungen bisherGehör gegeben habe. Der Giebel des Werkhauses drohedem Einsturz; es sei auch nicht ein Pfund Lunte vorhandenund müssten wenigstens 200—300 Pfund bestellt werden.Der Büchsenmeister bedürfe zweier lederner Pulversäcke.Bei Ankäufen von Salpeter durch den Burggrafen solle derPulvermeister zugezogen werden, um die Qualität zu unter-Buchen. Der Artilleriemeister oder Artillerie-Schmied sollesich vor der Anfertigung des Pulvers mit dem Pulvermacherüber die anzufertigenden Sorten benehmen und das fertigePulver vor der Ablieferung probiren. Schliesslich bemerkt