Geschichte der militärischen Verhältnisse der Stadt Düsseldorf. 421
B«,tinger Mauer und etwa die Neustrasse bis zum Stadt-brückchen die Grenze, das Ratinger- und Flingerthor wardurch grosse, feste Thorthürme geschützt, desgleichenbefand sich zwischen beiden Thoren, etwa zwischen Kunst-halle und Theater, ein vorspringender Thurm. Den östlichenAbschluss am Stadtbrückchen machte wieder ein Thurm.Von hier aus zum Bergerthor gelangte man durch die jetzigeWallstrasse und findet sich auf diesem Wege, etwa in Höheder kleinen evangelischen Kirche, wieder ein vorspringenderThurm.
Vom Bergerthor, welches durch den „Portmanns-Thurm" gedeckt war, gelangte man durch die Strasse„achter der Mauer am Bergerthor" (jetzt Akademiestrasse),wo auch ein Thurm lag, zum Rheinthor, gleichfalls durchThorthurm befestigt. Von hier führte die Strasse „achterder Mauer am Reinkes Oertchen" zum Rhein, wo ein festerThurm wiederum die Ecke bildete, am Rhein entlang kamman am Zollthor mit festem Thurm vorüber. Der jetzigeMarkt und Burgplatz waren nach der Rheinseite zu nochxmbebaut und gelangte man so wieder zum Schloss, nach-dem man die zur Krämerstrasse führende Brücke über dieDussel überschritten hatte.
Die Citadelle wurde nach Vollendung der Stadt-befestigung im alten Schlossgarten angelegt, sie scheintein Erdwerk mit trockenem Graben gewesen zu sein undentstand hierdurch der Hafen an der Stelle, wo heute dersogenannte Freihafen und das Arresthaus sich befinden.Dass die Citadelle bereits 1583 angelegt war, ist aus demWerke des Landschreibers Graminäus zu ersehen, welcher,,die Jülich'sche Hochzeit" bildlich verewigt hat. Auf einemKupfer des Werkes sieht man, wie von der Citadelle herein Tross von einziehenden Reisigen mit Freudenschüssenempfangen wird. Unter der Regierung der letzten Herzögevon Cleve, besonders unter Johann Wilhelm, scheint dieVerwaltung des Militärhaushalts und des Festungswesenssehr schlecht gewesen zu sein, wie aus noch vorhandenenVerfügungen, Berichten und Beschwerden hervorgeht. Ineinem Schreiben vom 26. August 1583 wendet sich derFürstlich Jülich'sche Artilleriemeister Schultheiss HartychBreckewolt an die ehrenhaften und grossgünstigen HerrenRäthe mit dem Vorschlage, man möge in Düsseldorf dochein Fähnlein von 200—300 Knechten errichten, damitdesto besser Regiment zu halten, denn wo die Knechtenicht bei einem aufgerichteten Fähnlein gelebt und ge-schworen, möchte nicht leichtlich gute Tüchtigkeit ge-funden werden. Und 200—300 Knechte wären nöthig,denn mit 100 Soldaten möchte diese Stadt Düsseldorf