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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Theater und Mtisik.

legen. L'Arronge bot in der nächsten Saison Alles auf,dem Publicum gediegene Kunstleistungen zu bieten; be-deutende Gäste wie Döring traten wiederholt auf; zugleichgab er im Laufe des Winters die Direction in Köln ganzauf, um seine Kraft dem hiesigen Theater allein widmenzu können in der Hoffnung, sich hier eine dauernde Heimathzu gründen. Das Theater, an dem Immermann gewirkthatte, hörte nicht auf, seine Anziehungskraft auszuüben.Trotz eines Zuschusses von 400 Thalern von der Stadthatte er schon am Ende der ersten Saison einen Verlustvon 3000 Thalern. Aber dennoch Hess er sich nicht ent-muthigen; er hoffte, durch eine Verbindung mit einigenbenachbarten Städten in der nächsten Saison das ent-standene Deficit wieder decken zu können. Im nächstenWinter (186566) gab er daher zu gleicher Zeit in Essenund Duisburg Vorstellungen. Da er hier einen gewissenUeberschuss erzielte und da ihm ausserdem von Decemberan ein monatlicher Zuschuss von 400 Thalern bewilligtwurde, von dem die Orchestergage bezahlt werden sollte,so kam er durch diese Saison glatt hindurch. Im nächstenSommer gab er selbst mit seiner Frau an fremden BühnenGastrollen und setzte die Aufführungen in Duisburg undEssen fort, so dass er mit frischem Muthe die neue Saisonin Düsseldorf antrat. Aber es war dies die letzte; am Endederselben legte er die Direction nieder, um nach Amerikaauszuwandern, wo er ein ergiebigeres Feld für sein Talentzu finden hoffte.

Es folgen nun der Direktor Sasse aus Stettin (186771),Franz Kullak (187173), Scherbarth (187376), welcheohne Ausnahme zu Grunde gingen. Unter ScherbarthsDirektion wurde endlich das lange ersehnte neue Theater-gebäude vollendet. Wie wir gesehen haben, reichen dieersten Projekte eines Neubaues bis zum Jahre 1820 zu-rück. Nachdem sich nun immer mehr herausgestellt hatte,dass es nicht möglich sei, im alten Theatergebäude eineden gerechten Ansprüchen Düsseldorfs entsprechende Ge-sellschaft zu halten, tauchten schon im Jahre 1864 dieersten Gedanken an den Bau eines neuen Theatergebäude«wieder auf. In einer Flugschrift, welche in diesem Jahreerschien, wies A. Fahne auf die Schäden hin, welche dasviel zu kleine alte Gebäude im Gefolge hatte; nach Immer-mann hatten die Directoren nur ausnahmsweise Gutes,meist sehr Mittelmässiges, oft ganz Unwürdiges geliefert.Fremde Kräfte auftreten zu lassen, war für die Directorennicht ohne die grössten Opfer möglich gewesen, da die mög-liche Totaleinnahme wegen des beschränkten Raumes diedurch ein Gastspiel hervorgerufenen Mehrkosten nicht decken