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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Theater und Mumk.

auch diesmal die Einnahmen nicht hin, die Kosten des In-stituts zu decken; die neue Saison musste daher mit einemDeficit beginnen. Am 16. Januar 1837 waren alle Mittelerschöpft, und es musste daher eine neue Appellation andas Wohlwollen der Theaterfreunde gemacht werden, umwenigstens die eingegangenen contractlichen Verpflich-tungen und andere unvermeidliche Ausgaben decken zukönnen; ein neuer Zuschuss von 1400 Thalern war schonaufgebraucht. Aber die Geduld der Gönner, an welchefortwährend so grosse Anforderungen gestellt wurden,zeigte sich erschöpft; so wurde denn der Schluss der Bühneauf den 31. März 1837 festgesetzt. Die Hergänge diesesWinters hat Immermann in Form eines Tagebuches nieder-geschrieben, so dass wir gerade über diese letzte Zeit ambesten unterrichtet sind. Immermann sorgte dafür, dassdie Bühne im höchsten Glänze unterging; die Schauspielerselbst unterzogen sich den grössten Anstrengungen, weilsie es für ihre Pflicht hielten, die Ehre des Instituts zu retten.Neben der übrigen Tageswaare, welche als eine Concessionan das grosse Publikum stets mit den grösseren klassischenWerken abwechselte, wurde noch im letzten Monate JuliusCäsar, Iphigenie und Griseldis von Halm ganz neu ein-studirt.

Der Grund, weshalb die Düsseldorfer Bühne unter-ging, ist also kein innerer, sondern der allermateriellste:,,Nicht an einem inneren Leiden," sagt Immermann in denschon mehrfach erwähnten Maskengesprächen,sonderneinzig und allein daran ist sie gestorben, dass ihr ein jähr-liches Subsidium von 4000 Thalern fehlte, dessen sie etwazu ihrem Fortbestande bedurfte."

Devrient hat Immermann und seiner Schule den Vor-wurf gemacht, dass er die Schauspielkunst nicht als Lebendig-machung des poetischen Gedankens anerkenne, dass ernicht wahrhaft schöpferisch die Gedanken seiner Rolle ineiner Weise ausbilde, wie sie dem Dichter nur dunkel vor-geschwebt habe. Dieser Tadel trifft aber, wie Putlitz inseiner Biographie Immermanns sehr richtig bemerkt, nurtheilweise zu, wenn es sich nämlich um die Wiedergabevon Werken, wie namentlich der Dramen Shakespeareshandelt, in denen die Worte häufig nur höchst unvollständigdie innern Gewalten zum Ausdruck bringen, während dasTiefste und Feinste zwischen den Zeilen gelesen werdentuuss; hier muss allerdings dem darstellenden Genie einfreierer Spielraum zugestanden werden. Völlig berechtigtist aber Immermanns Methude bei der grossen Mehrzahlrlej' deutschen Klassiker, namentlich Schillers, welche in