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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Theater w%d Musik.

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breiter Ruhe die Gedanken in der Rede ausspinnen; er unter-drückte bei der Wiedergabe dieser Werke jede individuelleSelbstständigkeit der Schauspieler, indem er dieselbe denhöheren Zwecken des einheitlichen Ensembles opferte.Aeusserlich beherrschte er die Schauspieler vollständig;irgend welche Nachlässigkeit, Unordnung oder Unfolg-samkeit wurde auf das Empfindlichste mit grösseren odergeringeren Geldstrafen geahndet. Doch übte seine eigene,unermüdliche Energie allein schon einen belebenden Ein-fluss auf die Ausdauer derselben aus. Er hatte eine solcheGewalt über sie, dass die vornehmsten Schauspieler, wenner es vorschrieb, in den unbedeutendsten Nebenrollen auf-traten, und Alle zeigten sich zu Anstrengungen willig, welchedie Kräfte des Menschen zu übersteigen schienen. Vier-mal wurde in der Woche gespielt, und jedes Stück konntenur ein- oder höchstens zweimal wiederholt werden. Un-geachtet der Nothwendigkeit, unaufhörlich neues zu bringen,durfte doch kein dramatisches Werk ohne mehrere, höchstgründliche Proben die Bühne betreten. Während sich sodie Darsteller ihrem Intendanten völlig unterordneten,vertrat dieser mit grosser Energie ihre Interessen. Bezeich-nend für das Verhältniss zwischen Immermann und donDarstellern sind die Worte, welche er ihnen am 13. Januar1837 in das Circularheft schrieb:Es macht mir übrigensFreude, bei dieser Gelegenheit (der Kündigung des gesammtenPersonals) auszusprechen, dass derjenigen, mit welchenunzufrieden zu sein ich gerechte Ursache habe, nur Einzelnesind, und dass die Mehrzahl der Mitglieder, und namentlichdiejenigen, welche Hauptfächer bekleiden, sich beeifert,der Anstalt zu nützen, mir in meinem Wirken entgegen zukommen, und selbst ungewöhnliche Anstrengungen nichtzu scheuen. Diesen ehrliebenden und wohlgesinnten Künst-lern danke ich hiermit; in ihrem Zutrauen und in ihrerNeigung finde ich den Lohn für dreijährige, mühselige Arbeit,von ihnen werde ich, wenn unser Verhältniss hier sich auf-löst, als Freund von Freunden scheiden, meine besten Wünschewerden sie begleiten und wo ich kann, werde ich ihnen inder Nähe und Ferne nützlich sein.

Immermanns Bemühungen hatten für Düsseldorf dienachhaltige Wirkung, dass dem Theater in Zukunft vonSeiten der Behörden eine grössere Aufmerksamkeit ge-schenkt wurde, welche sich äusserlich darin zeigte, das»«ine Commission, theils aus den Bürgern der Stadt, theilsaus den Mitgliedern des Stadtrathes, erwählt wurde, welcheaus 12 Mitgliedern bestand und Theatercomitee genanntwurde. Dies Theatercomitee, welches sich bis auf denheutigen Tag bewährt hat, sollte nach einer Verfügung