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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Theater und Musik. 40 3

es ihm nur irgend verstatteten. Sinn und Begeisterungfür das Ganze eines Werkes, und der feste Muth, diesenSinn durchzusetzen, bewirkten eine gemeinsame Raschheitdes Spieles, eine Rundung des Ensembles, ein Ineinander-greifen aller einzelnen Theile, die man damals auf den erstenTheatern unseres Vaterlandes vergeblich suchte.Manfühlte," sagt Uechtritz,dass ein poetischer und bedeuten-der Geist, nicht der prosaische Handwerkersinn eines ge-wöhnlichen Regisseurs oder gar der blinde Zufall das Ganzeder Darstellung leite. Als Ein grosses, harmonisch con-centrirtes Bild, nicht als ein Gemengsei vortrefflich underbärmlich, in den verschiedensten Manieren, den ver-schiedensten Tempos gespielter Rollen trat sie dem Be-schauer entgegen. Was auch im Einzelnen zu vermissenund selbst als verfehlt zu rügen blieb, die durchschmetterndeWirkung des Ganzen söhnte damit aus, während es sichauf manchen andern Bühnen gerade umgekehrt verhält,wo die hervorschreiende Trefflichkeit eines einzelnen Spielersuns das Unzusammenhängende oder Laue der ganzen Dar-stellung nur um so fühlbarer macht."

Emilia Galotti, die erste Mustervorstellung, war einEreigniss für die Stadt. Alles war wochenlang gespanntdarauf, man wusste nicht, was dabei denn so grossartigesherauskommen sollte. Diegelehrte Bühne", dieses Spott-wort wurde von den elenden Widersachern zuerst aus-gesprochen. Als der Vorhang endlich fiel, war man erstaunt,dass die Schauspieler da droben auf der Bühne nicht soschrieen, predigten, durcheinander strudelten und stolperten,wie sonst, sondern wie Menschen sprachen und sich be-trugen, und zwar wie Menschen, welche die Handlung,die sie darstellten, etwas anginge. Anfangs blieb das Publi-kum still. Von dem Disput zwischen Oppiani und Marinelliaber an entzündeten sich die Zuschauer und wurden freevon dem Zwange, der sie eingeschnürt hatte. Nun fiel Scenifür Scene, ja Rede für Rede der Applaus, der endlich biszum Jubel stieg, in dem Alle hervorgerufen wurden.

Im folgenden Sommer leitete Felix Mendelssohn dasfünfzehnte Rheinische Musikfest in Düsseldorf. Es gelang,den Künstler, welcher sich schon eines bedeutenden Rufeserfreute, durch die Uebertragung der Stelle eines städtischenMusikdirectors für längere Zeit an Düsseldorf zu fesseln.In Immermann tauchte sofort der Plan auf, denselbenauch zugleich für das Theater zu gewinnen. Er fühlte, dassdie weitere Entwickelung der Düsseldorfer Bühne nur indem Falle möglich war, wenn es gleang, das Orchester unddie Oper in derselben Weise wie das Schauspiel zu

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