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Theater und Miisik.
fünfzehn Männer von hervorragender Bildung, die zumTheil den vornehmsten Kreisen Düsseldorfs angehörten,beitraten. Die Aufgabe war keine leichte, zumal da derDirector Derossi sich auf seine wohlerworbenen Rechtestützend anfangs allen Neuerungen und Eingriffen in seineWirkungssphäre Widerstand leistete; nur der siegreichenEnergie Immermanns war es möglich, die vielen Schwierig-keiten zu überwinden, und so wurden noch im Laufe diesesWinters vier Subscriptions- oder Mustervorstellungen, wiesie im Publikum Messen, in das Repertoire eingeschoben.
Interessant ist die Art, wie Immermann die Stückemit den Schauspielern einstudirte. Von der Ueberzeugungausgehend, dass, wie des Dichters Werk aus einem Haupteentspringe, auch die Reproduction desselben vernünftigerWeise nur aus einem Haupte hervorgehen könne, machteer das vollendete Ensemble zum Grundprinzip seinesWirkens.
Der Satz von der künstlerischen Freiheit der darstellendenIndividuen ist zwar nicht ganz zu verneinen, darf abernur eine sehr beschränkte Anwendung finden. Von demUeberwuchern jenes falschen Princips leitete Immer manndie Verwilderung der Bühne her. Er hat auf das glänzendsteden Beweis geliefert, dass mit mittelmässigen Subjecten,die einem Haupte folgen, sich correcte Darstellungen liefernlassen, die den wahren Kunstfreund zu erfreuen im Standesind, während wir anderer Orten das Gedicht durch grosseTalente zerfleischen sehen. Zuerst las Immermann das Stück,welches gegeben werden sollte, den Schauspielern vor.Dann hielt er mit jedem Einzelnen Special-Leseproben,aus denen sich die allgemeine Leseprobe aufbaute. Er-tönten in dieser noch Disparitäten des Ausdrucks, so wurdendie schadhaften Stellen so lange nachgebessert, und wonichts Anderes half, vorgesprochen, bis das Ganze in derRecitation als fertig gelten konnte. Die Action stellte erdarauf zuerst in Zimmerproben fest, die oft nur einzelneActe, zuweilen nicht mehr als ein paar Scenen umfassten,damit der Darstellende in den nackten, nüchternen Wändenseine Phantasie um so mehr anspannen lernte, und diefalschen Geister, die nur zu leicht sich auf der Bühne breitmachen, die Dämonen des Gespreizten, Rhetorischen, oderder hohlen Handwerksmässigkeit, nicht verwirrend aufihn einwirkten. Stand das Gedicht so ohne alle illusorischeNothkrücke fertig da, dann ging er erst mit den Leutenauf das Theater. Gegeben wurde das Stück nicht eher,als bis Jeder, bis zum anmeldenden Bedienten herab, seineSache wenigstens so gut machte, wie Naturell und Fleiss