Theater und Musik. 4(U
unter ihrem elterlichen Namen als Gräfin Elisa von Ahle-feld nach einiger Zeit gefolgt war. Jetzt und auch späterdrang er wiederholt in sie, ihm öffentlich am Altaie dieHand zu reichen, um das Verhältniss, welches leicht zu öffent-lichem Aergerniss Veranlassung gab, vor der öffentlichenMeinung zu schützen, aber sie war jetzt und auch späternicht dazu zu bewegen, sei es, dass sie ihre Freiheit nichtdurch ein neues Ehebündniss sich verkürzen wollte, oderdass in Folge einer sorglosen Erziehung die öffentlicheMeinung sie gleichgültig liess. Als Immermann nun im Früh-ling 1827 als Landgcrichtsrath nach Düsseldorf kam, folgtesie ihm bald nach und liess sich auf einem reizenden Land-gute in Derendorf nieder, welches nach seinem früherenBesitzer gewöhnlich Kollenbachs Gut genannt wurde. Immer-mann gab bald darauf seine Wohnung hinter dem sogenann-ten Napoleonsberge auf und folgte seiner Freundin nachDerendorf. Hier, an der nördlichen Seite des Hofgartens,in dem freundlichen im Garten versteckten Hause, habendie meisten und besten von Immermanns Dichtungen dasLicht der Welt erblickt, hier bildete sich auch bald eineVersammlungsstätte der hervorragendsten Männer Düssel-dorfs, welche sich als Schriftsteller oder Künstler in weiterenKreisen einen Namen erworben haben.
Immermanns bedeutendste Leistungen liegen nichtauf dem dramatischen Gebiet der Poesie; doch hatte, wiewir gesehen haben, die Bühne schon frühzeitig eine grosseAnziehungskraft auf ihn ausgeübt, und seine ersten selbst-ständigen dramatischen Versuche fallen schon vor seineUebersiedelung nach Düsseldorf. Hier erhielten seine Be-strebungen im Kreise von Künstlern und hervorragendenLiteraten, wie Uechtritz und Schnaase, die kräftigste För-derung; ein neues Leben ging ihm auf; „Aus dumpferArbeitsstube trat ich in einen heitern Kreis, dessen Arbeitauf die Schönheit ging, und hatte selbst Müsse; aus form-losen Umgebungen unter solche, denen unter den HändenAlles zur Form wurde, nicht allein ihr geistiges Leben undWeben, sondern auch des Alltags Ernst, Scherz, dergeringste Einfall. — Ein zweites Studentenleben führtenwir damals, aber kein rüdes, sondern ein phantasie-volles."
Nachdem das allgemeine Interesse für die Bühne durchVorlesungen im engern und weitern Kreise geweckt und durchdie Restauration des alten Theaters ein würdiger Musentempelgeschaffen worden war, bildete sich auf Immermanns An-regung im Herbst 1832 ein neuer Theaterverein unter demProtectorate des Prinzen Friedrich von Hohenzollern, dem
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