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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Theater und Musik. 395

Mit der Besitzergreifung Preussens beginnt eine neuePeriode für das Düsseldorfer Theater, da laut einer Schen-kungs-Urkunde vom 11. April 1818 das Theatergebäudein den Besitz der Stadt überging. Seit der Erhebung Deutsch-lands gegen die fremde Gewaltherrschaft begann überallein neues, frisches Leben emporzublühen. Dieser frischeHauch machte sich besonders in Düsseldorf fühlbar, welchesbald der Sammelplatz von bedeutenden Männern auf demGebiete der Kunst und Literatur wurde. Aus den Kreisender wohlhabenden Kaufleute hatte sich schnell ein Theater-Actionär-Verein gebildet, der es sich zur Aufgabe machte,das Theatergebäude im baulichen Zustande zu erhalten,sowie für die Garderobe und die sonstigen Requisiten dieMittel zu beschaffen. Bald tauchte auch der Plan auf, einneues Theatergebäude zu errichten. Schon im Jahre 1812hatte der Baurath v. Vagedes einen Plan im grossen Stileentworfen, welcher für eine Einwohnerzahl von 40 000 Seelenberechnet war (Düsseldorf zählte fünf Jahre später, im Jahre1817, nur etwas über 15 500 Bewohner). Für dieses Theaterwar ein freier und geräumiger Platz an der Ostseite derAlleestrasse gewählt worden; die Ungunst der Zeiten ver-hinderte die Ausführung. Auf Wunsch des Präsidenten,Herrn v. Pestel, verfertigte v. Vagedes darauf im Mai 1817einen neuen Plan, der auf der Stelle des alten Theaters amMarkt zur Ausführung kommen sollte. Man begann schon,auf das alte Theater und das daranstossende Gebäude desAppellationshofes (die alte Kanzlei) als Hypothek gestützt,den Baufonds vermittelst Actien zu sammeln. Auf Wunschder Actionäre wurde aber der bedeutende Architect Wein-brenner aus Karlsruhe, welcher sich eines grossen Rufesim Theaterbauwesen erfreute, nach Düsseldorf berufen,um hier an Ort und Stelle einen neuen Plan zu entwerfen.Beide Pläne wurden sodann der Königl. Regierung zurBegutachtung vorgelegt, von dieser jedoch als unpractischverworfen. Man wandte sich nun an den berühmten Ober-baurath Schinkel in Berlin, welcher einen dritten Planentwarf; die Ausführung dieses Planes erforderte aberbedeutend mehr Mittel, als man vorgesehen hatte. Trotz-dem sollte der Bau schon im Jahre 1822 beginnen, als plötz-lich das ganze Unternehmen wieder in's Stocken gerieth.Nach jahrelangem unerquicklichem Kampfe wurde das,was die Einsichtsvolleren wollten, der Neubau, verworfenund aus missverstandener Sparsamkeit die Beibehaltungdes alten Rumpfes nur mit neuer Ausschmückung be-schlossen.

Sehr launig schildert uns Immermann in seinen Masken-gesprächen (Deutsche Pandora III, Stuttg. 1840 p. 61)

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