Druckschrift 
Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
Entstehung
Seite
391
Einzelbild herunterladen
 

Theater und Musik.

391

Direktor Karl Theophilus Doebbelin um die Ueberlassungdes alten Ballhauses zur Aufführung von Komödien. Dieswird ihm auch gestattet; da sich dieser Saal aber in einemsehr heruntergekommenen Zustande befindet, auch keinerleiHeizvorrichtung enthält, so wird kurz darauf um Ein-räumung des Komödienhauses gebeten, in dem allerdingsaugenblicklich die durchutarschierenden Franzosen (wirbefinden uns in der Zeit des siebenjährigen Krieges) ihreKriegsvorräthe aufgespeichert haben. Doebbelin erbietetsich, dieselben auf eigene Kosten nach dem Ballhause trans-portiren zu lassen.

Auch dies wird ihm erlaubt, aber unter derBedingung, dass er kein höheres Entree nehme, als dieletzt hier gewesene Wallrodische Gesellschaft. Am 7. Sep-tember 1758Supplie tr&s humblement Pierre JacquesBibou, directeur d'une troupe de comediens francais qu'ilplaise ä Votre Excellence (Churfürst Karl Theodor) devouloir bien lui accorder la permission de representer sesspectacles dans la ville de Düsseldorf, ainsi que la salle desdits spectacles aux charges et conditions qu'il plaira ä VotreExcellence de lui imposer;" sein Gesuch wird ihm unter derBedingung gewährt, dass er das Komödienhaus nächstenOstern so verlässt, wie er es vorgefunden hat.

In den nun folgenden Jahren bis 1781 scheint dasTheater mehr und mehr gesunken zu sein, indem Gesell-schaften der niedrigsten Art mit Seiltänzern, Equilibristen,Pantomimen u. s. w. abwechseln. Auch französische Truppentreten in diesem Zeiträume wiederholt auf. Bisher war denSchauspielern das Theater, wie es scheint, ohne irgendeine feste Abgabe überlassen worden; nur wurde ihnenwiederholt aufgegeben, das Gebäude in demselben Zustandezu verlassen, wie es ihnen jedesmal übergeben worden war.Das mochte sich wohl auf die Dauer als unpraktisch er-weisen, und so wurde denn dem Schauspieldirektor Arn.Heinr. Porsch, welcher zum ersten Male 1767 Düsseldorfmit seiner Truppe besuchte, das Schauspielhaus nur unterder Bedingung überlassen, dass er von jeder Vorstellungeinen Dukaten an die Biüchten-Kasse bezahlen sollte;diese Abgabe wurde für die Zukunft zur feststehenden Be-dingung gemacht. Trotzdem kam das Theatergebäude,da es noch an jeder besonderen kompetenten Aufsichts-behörde fehlte, allmählich immer mehr in Verfall. Diesebeiden Umstände, die verhältnissmässig hohe Abgabe undder elende Zustand des Gebäudes mochten erdrückendfür die Schauspielunternehmer wirken, so dass sich schliess-lich keine einigermassen anständige Gesellschaft mehr nach