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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Die Baugeschichte von Düsseldorf.

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Was aber in baulicher Hinsicht unserem Jahrhundertden grössten Vorzug vor seinen Vorgängern giebt, das sinddie feuer-, gesundheits- und baupolizeilichen Anordnungen,die zur Förderung des öffentlichen Wohles für die Anlagevon Häusern und Strassen getroffen sind. Im Gegensatzzu der Menge dumpfer und lichtarmer Strassen innerhalbdes ehemaligen Festungsringes sind nach der Schleifungder Festungswerke eine grosse Zahl heller, breiter, zum Theilsogar mit Baumreihen besetzter Strassen geschaffen, undwenn auch in den letzten Jahrzehnten in einzelnen Fällenhierbei noch Fehler gemacht worden sind, 1 ) so ist man dochnie wieder zu so geringer Breite zurückgegangen, wie solchenoch viele Strassen der alten Stadt aufweisen. Es würdezu weit führen, die grosse Zahl der sonstigen hierher ge-hörenden, zum Zwecke der Beförderung des Gesammt-wohles ergriffenen Massregeln aufzuzählen, nur die wich-tigste aller in der Neuzeit getroffenen baulichen Verbesserun-gen, die Abführung der Tage- und Schmutzwässer mittelstunterirdischer Canäle aus der Stadt, verdient besondereErwähnung. Die Einführung der Canalisation bringt Düssel-dorf jetzt schon grossen Nutzen, sie wird der Stadt aberin Folge des günstigen Einflusses auf die Verbesserung dersanitären Verhältnisse zum ganz besonderen Segen danngereichen, wenn Düsseldorf das Doppelte und Dreifacheseines jetzigen Umfanges erreicht haben wird.

In Hinsicht der Entwicklung der Architektur nachder ästhetischen Seite in unserer Stadt kann von der erstenHälfte unseres Jahrhunderts nicht viel Rühmenswerthesmitgetheilt werden. Die Nachwirkungen der schwerenVerluste, welche Deutschland während der Kriegsjahre imBeginn dieser Periode erlitten hat, machten sich auch inDüsseldorf ganz besonders auf dem Gebiete des öffentlichenund privaten Bauwesens geltend. Nüchternste Einfach-heit, begünstigt durch die in den ersten Jahrzehntenherrschende classische Richtung in der Architektur, warder Hauptgrundzug in allem, was gebaut wurde. Erst vonder Mitte des Jahrhunderts ab ging man, wenn zunächstauch noch mit grosser Vorsicht, in der Ausschmückungder Bauwerke etwas weiter und erst, als sich im Laufe dersechsziger Jahre die Renaissance allgemein wieder Bahngebrochen hatte, schloss man sich auch in Düsseldorf derneuen Richtung anfangs mit Wohlwollen, später mit hellerBegeisterung an.

Bei den öffentlichen Bauwerken überwiegt die ita-lienische, bei den Privatbauten die deutsche Renaissance;

1 ) z. B. Kloster- und Immermannstrasse.