Die Baugeschichte von Düsseldorf.
381
durch Erlass vom 28. Januar 1802 eine besondere Com-mission für die Leitung der Bebauungs-Angelegenheiten 1 ),an deren Spitze der Hofrath Jacobi 8 ) stand.
In dieser Zeit, und zwar bis zum Jahre 1809, entstandendie Breite- und die Elberfelderstrasse 8 ). Die Verlängerungder Hohenstrasse wurde durch Austrocknung eines Theilesdes sogen. Karlsstädter Sumpfes ermöglicht (etwa 1805bis 1806). Gleichzeitig, ungefähr mit der Niederlegung desalten Flingerthores*) (1808—1810) erfolgten auch die erstenAnbauten auf dem Terrain der heutigen Alleestrasse, dieAnlage des boulevard Napoleon; der weitere Ausbau des-selben fand aber erst in Gemässheit des Kaiserlichen Decretsvom 17. December 1811 statt, durch welches die alten,nach 1801 schon theil weise demolirten Festungswerkenebst den Glacis behufs Umschaffung in Baumanlagen undöffentliche Promenaden der Stadt geschenkt wurden undzugleich auch die Erweiterung des Rheinwerftes bis zumneuen Hafen *) angeordnet ward. In diese Zeit der beginnen-den Verschönerung Düsseldorfs fällt auch die erste Anlageder Kaiserstrasse (rue de l'empereur). Einer späteren Periodedagegen (etwa seit 1816) gehört die Bebauung des Kälber-marktes, jetzigen Schadowplatzes und des Steinwegs, derjetzigen Schadowstrasse an, von welch' letzterer indessbis 1848 erst der bei weitem kleinere Theil vorhanden war.Ferner sind in den Jahren nach 1830 die Jägerhof- und dieHofgartenstrasse und nach 1850 die Victoria-, Bleich-,Goltstein- und Jacobistrasse entstanden. Etwas später(um 1860 herum) ist die Bebauung der Duisburger- und derFeldstrasse, sowie der Mehrzahl der übrigen Strassen desnördlichen Stadttheils begonnen worden. Im Süden ent-standen seit 1830 etwa die Haroldstrasse, der Schwanen-markt und ein Theil der Südstrasse, desgleichen, wenn auchetwas später, die zum westlichen Theile der Stadt zu rech-nenden Strassen am Karlsthor und die Bergerallee, jüngerenUrsprungs sind in diesem Stadttheile die Wasser- und dieKavalleriestrasse mit den sie durchkreuzenden Neben-strassen.
J ) Besonderes Verdienst um die Stadterweiterung haben sichdie Herren Hofbaumeister Huschberger, Garteninspector Weyhe,der spätere Oberbaurath Bauer und Hauptmann vonDouwe erworben.
*) Nachher Eegierungsrath, Sohn des Philosophen.
■) Der Plan der Stadt Düsseldorf vom Jahre 1809, welchen derIngenieur-Kapitain Guffroi anfertigte und W. Breitenstein in Kupferstach, weist im ganzen 61 Strassen auf.
*) Nur das Wachthäuschen blieb stehen.
•) Der Sicherheitshafen war von der Hafenstrasse an die nörd-liche Grenze der Stadt verlegt worden.