Die Baugeschichte von Düsseldorf. 363
deren Zwischenräume indess nicht mehr wie bei dem erst-genannten Vergrösserungsbau mit Tuffsteinen und Ziegel-brocken, sondern nur mit Ziegelsteinen ausgefüllt waren.Die oberen Stockwerke sämmtlicher zum Schlosse gehören-den Bauten sind mit Ausnahme der durchweg massivenThürme, wie bereits oben erwähnt ist, höchst wahrschein-lich von Fachwerk hergestellt gewesen. Die südlich an dasSchloss bis zum Zollthor sich anschliessenden Häuser gehörtenebenfalls zu ersterem und waren hauptsächlich als Woh-nungen des Dienstpersonals benutzt. 1 )
Im Jahre 1511 wurden der zwischen dem runden Thurmean der Krämerstrasse und dem Rheine liegende Schloss-flügel und die angrenzenden Bautheile grösstentheils durchFeuer zerstört; der Wiederaufbau der niedergebranntenTheile nahm mehr als ein volles Jahrzehnt in Anspruch.Eine fernere bedeutende Reparatur bezw. Erweiterung desSchlosses fand im Jahre 1538 statt.
Ueber die Architektur der Facaden des Schlosses indieser ersten Periode lässt sich hinsichtlich des ältestenTheiles gar nichts Zuverlässiges ermitteln. Die späterenUm- und Anbauten sind, wie aus der ältesten bekanntenAnsicht des Schlosses in Graminäus „Beschreibung derHochzeit des Herzogs Johann Wilhelm mit Jacobe vonBaden" (1585) hervorgeht, im Stile des Ueberganges ausder Gothik zur Renaissance erbaut.
Das letzte bedeutende öffentliche Bauwerk dieserPeriode, die im Anschluss an die bereits mehrere Jahr-hunderte alte Liebfrauenkapelle erbaute Kreuzbrüderkirchenebst dem Kloster stammt aus dem Jahre 1443 (Fig. 2).Sie besteht aus zwei Schiffen von je sechs Gewölbefeldern,welche ersteren auf der Ostseite mit je einem aus demhalben Zehneck gebildeten Chor abgeschlossen sind. Zwischenbeiden Schiffen stehen zur Unterstützung der Decken-
fewölbe fünf achteckige Pfeiler mit je zwei vorgelegten)iensten, welche ebenso wie die entsprechenden dreiviertel-kreisförmigen Dienste der Wandpfeiler Blattkapitäle tragen.Die Kirche ist durchweg aus Ziegelsteinen erbaut, nur zuden Gesimsen ist rother Sandstein verwandt. Auf der Ost-seite zwischen beiden Chören steht der viereckige Thurm,der wie die Schiffe bis zur Höhe der Hauptgesimse derletzteren in einfacher gothischer Architektur ausgeführtist. Auf den gothischen Unterbau des Thurmes sind noch
*) Im Jahre 1545 wurde hier die sogenannte Katsbahn er«richtet, in welcher die fürstlichen Herrschaften eich mit dem Kats-spiel (ähnlich dem Kricket) vergnügten.