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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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362 Die Baugeechichte von Düsseldorf.

Die erweiterte Kirche wurde als Hallenkirche, d. h.mit annähernd gleich hohen Schiffen in zwar einfachen,aber der herrlichen Entwicklung, welche die gothischeBaukunst im 14. Jahrhundert erreicht hatte, entsprechendschönen Formen ausgeführt. Das Innere der Kirche warmit zahlreichen, jetzt nicht mehr vorhandenen Altärenausgestattet, die Wände waren mit reichen Malereien ge-schmückt, welche indess ebensowenig wie die kunstvollenGlasmalereien der Fenster der Gegenwart erhalten sind.

Ueber die Zeit der Erbauung des Schlosses fehlenzuverlässige Nachrichten. Die Annahme ist nicht ungerecht-fertigt, 1 ) dass die ungünstigen Veränderungen, welche derLauf des Rheines bei Düsseldorf erlitten hat, durch die imJahre 1260 etattgefundene Ueberschwemmung herbei-geführt worden sind, und dass das Schloss oder die Burgbereits vor dieser Zeit an dem damals noch günstigergestalteten Ufer erbaut worden ist. Auch haben sich anden Hausteinen des Unterbaues Steinmetzzeichen vor-gefunden, wie sie um 1150 am Rheine üblich gewesen sind.Der älteste Theil des Schlosses hat sich auf der Westseitedes Platzes befunden, auf dem später das Ständehaus stand;seine im ganzen schwachen Mauern waren aussen mit Sand-ßteinquadern bekleidet und erhielten später 2 ) innere. Ver-stärkungen von Ziegelstein-Mauerwerk. Oestlich von diesemältesten unregelmässigen Baue wurde bei der ersten Ver-größerung des Schlosses im 13. Jahrhundert ein Flügelangefügt, der ein längliches Viereck mit an der Nordosteckean der Krämerstrasse vorgelegtem, schweren Thurme bil-dete; südwestlich von diesem Flügel stand ein zweiterThurm von rechteckigem Grundriss. Dem noch be-stehenden runden Eckthurme ist 1499 ein weiteres Stock-werk aufgesetzt worden, das wahrscheinlich ein einfachesHelmdach trug.

Die zweite, gegen Ende des 14. Jahrhunderts vor-genommene Vergrösserung des Schlosses bestand in derErbauung des südlich von dem älteren Theile, paralleldem Rheine gelegenen Langhauses und des südlichenSchlossflügels mit einem, die Mühlen- und Kurzestrasse,den Burg- und Marktplatz beherrschenden viereckigenThurme. Der untere Theil dieser bei der zweiten Ver-grösserung zugefügten Bauwerke bestand ebenso wie derdes bereits früher erbauten Flügels aus Basaltblöcken,

') Strauven a. a. O. S. 5 u. f.

a ) Ungefähr um die Mitte dea 14. Jahrhunderts.