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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
Entstehung
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384 Die Baugeschichte von Düsseldorf.

zwei Stockwerke in späten Renaissanceformen aufgesetzt»welche von einer Laterne gekrönt werden. Auf der hierbeigefügten Abbildung der Kirche, welche jetzt zum Mon-tirungsdepot benutzt wird, sind ausser den (jetzt zugemauer-ten) hohen gothischen Fenstern auch der früher an derSüdwestecke vorhanden gewesene Treppenthurm und die 1811abgebrochene Liebfrauenkapelle dargestellt.

Hier ist auch noch das in der Ratinger Strasse gelegeneHauszum schwarzen Hörn" zu nennen, welches bis zum16. Jahrhundert als Bürgerhaus (Rathhaus) benutzt wurde.Die Pagaden-Architektur des mehrfach umgebauten Hausesstammt aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. ImGiebel befindet sich ein aus Stein gefertigtes Hörn und dasherzogliche Wappen mit dem Wahlspruche: in deo spesmea Ao. 71.

Von den nicht mehr vorhandenen öffentlichen Ge-bäuden dieser Periode, nämlich dem Lieferhause, demEder- und dem Bürgerhause am Lindentrappenthore, sindweder Abbildungen noch sonstige nähere Nachrichten aufuns gekommen, so dass über deren Bauart und Stilformenkeine Auskunft gegeben werden kann.

II. Die Vergrösserung der Stadt und die Bauten in der Zeitvon 15501801.

Von der Mitte des 16. Jahrhunderts an, unter derRegierung Herzog Wilhelms III., bedingten das Wachsender Einwohnerzahl und die dauernde Niederlassung zahl-reicher Beamten und wohlhabender Privatpersonen einevermehrte Herstellung von Wohngebäuden, wodurch derStadt der ländliche Charakter allmälig genommen wurde,so dass in den letzten Jahren des 16. Jahrhunderts dieStrassen fast gänzlich geschlossene Häuserreihen aufwiesen.

Eine ganz ansehnliche Zahl von Häusern aus jenerZeit am Burgplatze, in der Kurzen- und Bolkerstrasse mitden Jahreszahlen 1584, 1589, 1595 u. a. m. sind bis zurGegenwart erhalten worden, auch das Haus an der Krämer-strasse mit dem erkerartig übergebauten oberen Geschossestammt aus dieser, wenn nicht vielleicht schon aus nochfrüherer Zeit, ebenso das alte Bürgerhaus in der Ratinger-strasse und vor allem das heutige Rathhaus auf dem Markt-platze.

So gross auch in der Zeit von 15501600 die Ver-änderungen gewesen waren, welche die Stadt im Innernerfahren hatte, so waren doch die Grenzen und der äussereUmfang gänzlich unverändert geblieben. Erst mit demBeginn des 17. Jahrhunderts trat in dieser Hinsicht eine