Die BaugeschichU von Düsseldorf.
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Die Burg der bergischen Grafen lag ausserhalb derGräben bezw. späteren Ringmauern an derselben Stelle,an der noch jetzt die dunkeln Ruinen des Schlosses in dieLüfte ragen; sie stand mit dem am südlichen Ende derKrämerstrasse befindlichen Thore durch einen Weg inVerbindung, der mittelst einer Brücke über die das Schlosaumfliessende Dussel führte. Ein anderer vom Schlosseausgehender Weg lief entlang des linken Düsselufers nachder vor der Stadt 1 ) gelegenen Mühle.
An der dem Schlosse entgegengesetzten Seite der Stadt,da, wo die „Alte Stadt" und die Liefergasse zusammen«stossen, also am Anfange der jetzigen Ratingerstrasse,stand ein anderes Hauptthor, das Liebfrauenthor, und vordemselben eine Kapelle, deren Ursprung jedenfalls in einesehr frühe Zeit zurückreichte. Sie hiess die Liebfrauen-kapelle 2 ) und barg in ihrem Innern ein wunderthätigeaMarienbild, das eine grosse Menge von Gläubigen aus allenbenachbarten Gauen anzog, weshalb unmittelbar danebenzur Aufnahme und Pflege der Pilger ein Gasthaus errichtetwar, das zugleich zum Hospital diente. Das Liebfrauen-thor trennte die Stadt von der „Vurstadt", unter welch'letzterer wir uns indess noch keinen geschlossenen Stadt-theil, sondern nur zerstreute Gehöfte zu denken haben.Ein drittes Thor „an der Lindentrappe" befand sich aufder Nordwestseite der Stadt und vermittelte den Zugangvon der „Alten Stadt" zum Rheine. Ob dieses Thor indesaschon, wie die beiden vorhergenannten, zur Zeit der Er-hebung Düsseldorfs zur Stadt bestanden hat, ist mindestenszweifelhaft.
Noch unter der Regierung des Grafen Adolf wurdeder Stadt ein Aussenbezirk zugelegt, der die Besitzungendes Ritters Adolf von Vlingeren und Rumpolds von Pempel-fort umfasste, von denen erstere aus der am jetzigen Fried-richsplatze belegenen Mühle an der Dussel nebst Garten undWiesen, letztere aus dem Pempelforter Hofe, dem späteren«Jägerhofe bestanden.
Im Jahre 1377 verlegte Graf Wilhelm den bisher vordem Duisburger Walde erhobenen Rheinzoll nach Düssel-dorf. Zugleich wurde die Regulirung des Rheinufers in Ver-bindung mit der Errichtung eines Werftes vorgenommenund an der nordwestlichen Ecke der Stadt an der Stelle-an welcher später die Schlachthalle stand, ein Wacht,
1 ) Am jetzigen Friedricheplatze.
a ) Die Liebfrauenkapelle, welche v. Schaumburg (a. a. O. S. 17)und Bayerlo (a. a. O. S. 23) „Kreuzkapello" nennen, wurde laut Ur-kunde Herzog Gerhards von Jülich-Berg vom 14. August 1443 demvon ihm gestifteten Kreuzbrüder-Kloster überwiesen.
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