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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Die Baugtschichte von Düsseldorf.

thurm zur Erhebung des Zolles und daneben zwischender heutigen Kirche der barmherzigen Schwestern und derRitterstrasse ein Eder oder Lagerhaus erbaut. Der späterzur Aufbewahrung von Pulver benutzte Wachtthurra flogin der Nacht vom 31. Juli 1634, vom Blitz entzündet, indie Luft, wodurch an der Stifts-, jetzigen Lambertuskircheund an vielen Häusern, besonders des nördlichen Stadt-theiles, erhebliche Beschädigungen verursacht wurden 1 ).In der unmittelbaren Nähe des Lagerhauses stand auch daserste Bürgerhaus, in welchem die Schöffen ihre Versamm-lungen hielten und zu Gericht sassen 2 ). - ^

Im Laufe des 14. Jahrhunderts war die Stadt allmälignach Süden vergrössert worden; die Mühlenstrasse, dieKurze Strasse 3 ), die untere Bolkerstrasse und ein Theildes Burgplatzes wurden angebaut und bildeten einen Stadt-theil, der im Gegensatze zu der innerhalb der Ringmauernliegenden alten Stadt die Bezeichnungneue Stadt" erhieltund dieselbe auch bis zum Anfange des 17. Jahrhunderts führte.

Den obenerwähnten Aussenbezirken wurden im Jahre1384 durch den ersten Herzog von Berg, Wilhelm I. 4 ),welcher Düsseldorf zur dauernden Residenz wählte, dieDorfschaften Golzheim, Derendorf und Bilk und zehn Jahrespäter das Dorf Hamm hinzugefügt.

Der weitere Ausbau der Stadt wurde durch Wilhelm I.dadurch angeregt, dass er nach einer Urkunde vom Jahre1394 den Platz zwischen der Oberdüssel, dem Rheine undder neuen Stadt den Bürgern zur Bebauung anwies, inFolge welcher Aufforderung allmälig die Flinger-, Berger-und Rheinstrasse entstanden. Eine wesentliche Unter-stützung der auf Vergrösserung der Stadt gerichteten Be-strebungen des Herzogs wurde dadurch erzielt, dass der-selbe den zwischen der Stadt und der Oberdüssel sich An-bauenden 1395 die Ermächtigung verlieh, behufs Deckungder Pflaster- und Brückenbaukosten von allem durch-gehenden Fuhrwerk eine Abgabe zu erheben. Zu dieserZeit war auch dieneue Stadt" bereits mit Mauern undGräben umgeben, welche beim Hinzutritt der zuletztgenann-ten drei Strassen abermals erweitert wurden.

Gleichwie in den meisten deutschen Residenzstädtender Character ihrer baulichen Entwickelung durch ihreFürsten bestimmt worden ist, so verdankt auch die Stadt

*) Es sollen über 50 Häuser zerstört und eine noch grössereAnzahl beschädigt worden sein.

a ) Die Glocke aus diesem Bürgerhause vom Jahre 1545 hängtim jetzigen Rathhausthurme.

*) In älteren UrkundenKottenstrasse" genannt.

*) Kaiser Wenzel hatte ihn 1380 zum Herzoge von Berg erhoben.