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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Zur Geschichte der bildenden Kunst in Düsseldorf.

schaft die grösste Vielseitigkeit entwickelt, so soll damitnicht gesagt sein, dass sie nicht auch eine künftige Berech-tigung zur geschichtlichen Kunst haben. Hoffentlich werdenwir wieder einmal ein geschichtliches Volk, wie wir es vorZeiten waren. Dann wird uns auch die Geschichte in Bild,Drama, Epos nicht fehlen. Damit diese frommen Wünscheaber in Erfüllung gehen, ist es durchaus an der Zeit, dassdie Regierung mehr für die hiesige Schule thue, wie beson-ders in der letzten Zeit geschehen ist. Vor allem bedarfdie alternde Akademie eine Erfrischung im Lehrpersonalund in ihren Einrichtungen. Es ist auch nöthig, dassan einem solchen Institut in der Geschichte, Kunstgeschichteund Literatur von tüchtigen Leuten unterrichtet werde,damit ein höherer Schwung in die Ideen, die zu genrehaftsind, kommt. Ueberdies könnte es nicht schaden, wenngleichfalls Lehrer für die Genremalerei und Skulptur an-gestellt würden. Und könnte nicht die Historienmalereidann und wann durch Bestellungen, die der Staat gibt,gefördert werden?"

Alle diese frommen Wünsche sind nun in Erfüllunggegangen; die heissersehnte Zeit ist gekommen, der Traumder vierziger und fünfziger Jahre zur Wirklichkeit geworden.Die grosse Wandlung, die sich auf politischem Gebietevollzog, die glänzende Erstehung des neuen deutschenReiches, hatte auch die Erhebung auf den meisten anderenGebieten, so auch auf dem der Kunst zur Folge. In Düssel-dorf vollzogen sich gewaltige fortschrittliche Veränderungen,die langsam vorbereitet mit immer lebhafterer Bewegungvor sich gingen. Der Hauptanstoss dazu war, wie erwähnt,schon in der Loslösung der Künstlerschaft von der Aka-demie gegeben worden. Nach und nach Hessen sich ganzeSchaaren von Künstlern, die durch kein Schulverhältnissund keine Traditionen mit der Düsseldorfer Akademie ver-knüpft waren, vielmehr Privatschüler, die ihr bedeutenderRuf angezogen, in ihren eigenen Ateliers bildeten, sodassdie Begriffe Düsseldorfer Schule und Düsseldorfer Kunst-akademie sich längst nicht mehr deckten, da das Kunst-leben Düsseldorfs der Akademie über den Kopf gewachsenwar. Die nächstliegende Folge war, dass die freie Künstler-ßchaft sich auch einen Sammelpunkt zu errichten suchteund dies durch die Gründung des KünstlervereinsMal-kasten" (1848) dokumentirte, der durch seine liberale Ten-denz des gemeinsamen collegialischen Wirkens eine segens-reiche Thätigkeit entfaltete und allein schon durch seineglänzenden und geistreichen Feste einen wesentlichen Factorim Culturleben der Kunststadt ausmachte. Eine nichtminder erspriessliohe Wirksamkeit wurde durch ander«