Zur Geschichte der bildenden Kunst in Düsseldorf.
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Einen bedeutenden Aufschwung nahm auch die Kupfer-ßtecherschule, seitdem Joseph Keller an ihre Spitzetrat; er bildete eine zahlreiche Schülerschaar.
In der ersten Zeit des Schadow'schen Directoriums, inden dreissiger Jahren, schien der jungen Schule eine ähnlicheEinseitigkeit und Abgeschlossenheit wie der Cornelianischengefährlich werden zu sollen. Es war von vornherein Sitte,dass alle Künstler im Akademie-Gebäude arbeiteten, keinerdachte daran, selbst dann, wenn er in technischer Beziehungnichts mehr zu lernen hatte, sein eigener Herr und Meisterzu werden. Diese Künstlerwirthschaft hatte etwas äusserstGemüthliches. Einer hockte neben dem andern im Atelier,selbst die Erholung bei der Arbeit war höchstens dem Besuchin einer andern Werkstätte gewidmet. Unter diesen Um-Btänden kann es nicht auffallen, wenn die Ideen gewisser-massen ansteckend wirkten, wenn eine seltsam kindliche,naiv anmuthige Uebereinstimmung nicht allein im Stoffe,sondern auch in der Farbengebung zur Erscheinung kam.Aber diese biedere Urgemüthlichkeit blieb nicht langeungestört und heute darf man sagen, zum guten Glück derDüsseldorfer Kunst, die denn doch höhere Ziele zu erreichenhatte. Was alles für Zündstoffe mitwirkend waren, um dasschöne idyllische Zusammenleben auf der Akademie aus-einander zu sprengen, lässt sich nicht mit ein paar Wortenerzählen. Alte und neue Beschuldigungen wurden hervor-gesucht und dienten zum Vorwande, die geliebten Räume,in denen die Jugendarbeiten gewachsen waren, zu verlassen.Eine grosse Anzahl der besten Künstler bezog die Werk-stätten ausserhalb der Akademie und damit trat eine neuehöchst bedeutungsvolle und heilsame Wendung in derGeschichte der Düsseldorfer Kunst ein. Die etwas sehr dasTreibhaus verrathende Pflanze fasste von jetzt ab in demgesunden Mutterboden immer mehr und fester Boden.Und das merkte man ihren Blüthen an, die eine immer kräf-tigere Naturfarbe zeigten, einen immer würzigeren DuftB pendeten. Sie athmeten die frische freie Rheinluft und sogewann jetzt bald ihre Bezeichnung als Erzeugniss der»»Düsseldorfer Kunst" einen immer eigenartigeren, bedeuten-deren Klang.
Die vierziger und fünfziger Jahre waren eine Vor-bereitung auf die kommende erhebende Zeit, die überallersehnt und voraus geahnt wurde, ebenso auf dem Gebieteder Politik wie auf dem der Kunst. Wie viel Ahnendesdurchklingt nicht die Worte, mit denen 1853 W. Müllervon Königswinter sein vortreffliches Buch über die Schadow-sche Schule abschliesst: „Haben die Düsseldorfer nunfreilich auf den Gebieten der Genremalerei und der Land-