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Zur Geschichte der bildenden Kunst in Düsseldorf.
ausgereift, so erblühte ihr in Karl Friedrich L e s -sing das grösste und zugleich vielseitigste Talent undzwar in voller ausgiebigster Kraftentfaltung; er leistetegleich Bedeutendes auf dem Felde der Historien-, Genre-und Landschaftsmalerei. Seine Werke waren als der voll-endetste und prägnanteste Ausdruck der damaligen Düssel-dorfer Schule ihr höchster Stolz. Speciell auf dem Feldeder Schlachtenmalerei that sich namentlich WilhelmCamphausen aus Düsseldorf hervor.
Eine andere Richtung, die gewissermassen den Ueber-gang von der Historie zum Genre bildet und die ideali-sirte Natur als das Ziel ihres Strebens erkannte, fand inCarl Sohn und Theodor Hildebrandt ihreHauptvertreter, die als überzeugte Naturalisten auch dieberufensten Porträtmaler waren. In ihnen und Lessingbesass die junge Schule unzweifelhaft ihre anregendstenKräfte.
Schon in der Zeit ihrer Blüthe rief die übertriebeneromantische Richtung eine leichterklärliche Reaction her-vor, die sich namentlich im Genre in humoristisch-satiri-scher Weise äusserte. Der Hauptvertreter dieser Gegen-strömung war Ad. Schrödter, der geistreiche Ver-herrlicher des Don Quijote, Falstaff, Eulenspiegel, Münch-hausen und ähnlicher köstlicher Gestalten. Ihm würdigzur Seite stand P. Hasenklever. Unter den Malerndes Volks zeichnete sich Rudolf Jordan, der Helgo-land sich als Domäne erwählte, besonders aus. Eine andereGruppe der Düsseldorfer Genremaler suchte seine Stoffemehr in der Nähe im häuslichen Kleinleben der bürger-lichen wie der bäuerlichen Sphäre. Als das hervorragendsteTalent muss hier jedenfalls Ludwig Knaus, welchernoch heute als Altmeister der Genremalerei den erstenEhrenplatz einnimmt, genannt werden.
Mit besonderem Stolz durfte die rheinische Kunst-schule auf ihre Landschaften blicken, denn gerade für diesenZweig hatte sie vortreffliche Talente gefunden und gebildet.Als eigentlicher Begründer der historisch-stylistischen Rich-tung darf Joh. Wilb. Schirmer betrachtet werden.Die zu ihm stehende Gruppe, welche gewissermassen diePoesie der Reflexion zum Ziele hatte, wurde bei weitemüberflügelt von den naturalistischen Landschaftsmalern,welche die Poesie der Wahrheit, der Kraft, der Fülle aufihre Fahne geschrieben hatten. Die glänzendsten Vertreterdieses Kreises waren die Brüder Andreas und OswaldAchenbach, das leuchtende Doppelgestirn der Land-schaft, dem eine lange Reihe tüchtiger Talente folgte aufder verlockenden Bahn.