Zur Geschichte der bildenden Kunst in Düsseldorf.
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der sich an unsere Anstalt anlehnte und sich unserm Ein-fluss zu entziehen niemals Ursache haben soll; dies hängtnothwendig mit dem Organisationsplan der Kunstunter-richtsanstalt zusammen. Wir müssten uns ein Gewissendaraus machen, mehr Künstler zu erziehen, als wir hoffen,dass beschäftigt werden." — Hier ist es ersichtlich, wieBehr Cornelius auch die practische Seite wohl zu würdigenwusste, nur verlor er sie bei seiner Hauptbestrebung leichtwieder aus dem Auge; anders bei seinem Nachfolger. Jeweniger in Düsseldorf von einer Cornelianischen Traditiondie Rede sein konnte, um so durchgreifender entfaltetendie Mitglieder der von Schadow eingerichteten Meisterklasseihre schulbildende Thätigkeit, sofort achtunggebietend durchihre Geschlossenheit, neidlose Gegenseitigkeit und gemein-same Bestrebung wie durch glückliche Verbindung ver-schiedenartiger Talente.
Schadow wählte als Künstler vorwiegend das biblischeStoffgebiet; darin am nächsten, obzwar Protestant, standihm R. J. B. H ü b n e r , welcher sein gleichstrebenderGenosse, wie eine gleichfalls verwandte Erscheinung, Chr.Köhler sein Lieblingsschüler war. Wie letzterer anSchadow, so schloss sich Ed. Bendemann an Hübneran, auf welchen letzteren übrigens des Schülers unstreitiggrösseres Talent reichlich zurückwirkte. Als in ähnlicherRichtung wirkend, sind hier noch Rob. Reinik, O.Mengelberg und J. N i e s s e n anzuführen. Ausser-dem Hessen sich hier noch eine lange Reihe von Künstlernnamhaft machen, die vielleicht zu ihrer Zeit als Vertreterder biblisch-historischen Richtung sich für fulminanteLichter hielten, aber wo ist ihr Glanz geblieben? — AnNamen hat es in der That nicht gefehlt, noch viel wenigeran Werken, aber wie wenig eigentliche Ausbeute! Dasmeiste liegt hier freilich an dem Eklekticismus der ganzenRichtung. Nur eine geringe Anzahl von Mitgliedern derSchule bildete zu dieser oberflächlichen Aeusserlichkeiteinen wohlthuenden Gegensatz durch ihre ernste, wahreStrenggläubigkeit. Als Haupt dieser frommen Schaar,deren Richtung als die nazarenische bezeichnet wird, istErnst Deger zu nennen, eine edle, keusche, reineNatur, wie man sie selten findet.
Die genialste Künstlerkraft erstand der Schule aufdem Eelde der profanen Geschichtsmalerei in dem unglück-lichen Alfred R e t h e 1. Er ist wohl die glänzendsteErscheinung der Düsseldorfer Schule; seine Schöpfungengehören zu dem Grossartigsten, was die Kunst je hervor-gebracht hat. War der Schule in Rethel der grösste Geniusaufgegangen, allerdings leider nicht zur vollen Entwickelung