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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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314 Zur Geschichte der bildenden Kunst in Düsseldorf,

in Folge zunehmender nazarenischer und propagandistischerGesinnung mit den weiteren Fortschritten in einseitigeOpposition stellte, 1862 den Ruhm mit sich in's Grab nehmen,doch durch die von ihm begründete Schulrichtung denWeg zur neuesten Kunst mit gebahnt zu haben.

Schadow fand bei seinem Eintritt ein Feld vor, aufdem alles wild und kraus durcheinander wuchs und dasdesshalb des Umackerns und der Neusaat bedurfte, um ge-sunde Früchte zu tragen. Je mehr dieses der Fall war,um so mehr muss man die Weisheit und Zweckmässig-keit seiner Anordnungen anerkennen, welche in nicht zulanger Zeit die glücklichste Umgestaltung der Verhältnissezu Stande brachte. Um die formelle Künstlererziehunghat er sich so verdient gemacht, dass seine Methode alswahres Muster überall empfohlen worden ist.

Die Einflüsse aus dem Lustrum des Cornelius-Direc-torats, mit welchem Schadow etwa zu rechnen gehabt hatte,waren kaum nennenswerth. Wenn in der ersteren Zeitetwas im Geiste des Cornelius geschah,, so war es nament-lich die durch Mosler durchgesetzte Bestimmung des 1829gegründeten Kunstvereins für die Rheinlande und West-falen, dass ein Fünftel der Jahresbeiträge in den sog. öffent-lichen Fonds fliessen sollte, welcher zur Herstellung monu-mentaler Arbeiten bestimmt war und seinen Zweck viel-fach glänzend erreichte, wie z. B. die Gemälde Rethels imAachener Rathhause, die Overbeck'sche Himmelfahrt Mariaim Dom zu Köln, der Bendemann'sche Fries in der Real'schule zu Düsseldorf u. s. w. beweisen. Es zeigte sich darin,wie Recht Cornelius hatte, als er in dem 1819 entworfenenPlan zur Organisation der Kunstakademie die Einrichtungeines solchen kunstfördernden Vereins als ein dringendesBedürfniss hinstellte und zum Schlüsse sagte:Wir ge-trauen uns für unsere Heimath und die Rheinischen Pro-vinzen überhaupt den guten Erfolg eines auf die Unter-stützung öffentlicher Kunstthätigkeit gerichteten Vereinsvoraus zu bürgen. Die in dieser Hinsicht zu machendenVorschläge müssen wir uns indessen noch vorbehalten bisauf bessere Müsse und Selbstanwesenheit am Rhein zurRücksprache mit den dortigen noch eifrigen Kunstfreunden,deren Trieb durch den Mangel einer allgemeinen Thätigkeitund eines gemeinschaftlichen Unterstützungsplans sich inder Liebhaberei zu Privatsammlungen einzeln zersplittert,ohne im Ganzen zu fruchten. Die Organisation der ein-zelnen zersplitterten und auf das \ Kleinliche gerichtetenThätigkeit des Kunsttriebes zu einer Öffentlichen, all-gemeinen und grossartigen durch einen freiwilligen Verein,