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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Zur Oeschichte der bildenden Kunst in Düsseldorf.

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verschiedene Dinge sind, was der Künstler lernen kannund was er von Hause aus mitbringen muss. Die Akademiekann niemals einen Künstler erziehen, wenn nicht bereitsdie Hauptsache, die künstlerische Beanlagung, vorhandenist. Den grossen Künstler macht die ihm innewohnendeGewalt der Idee, die schöpferische Phantasie. Sie muss vonAnfang an in ihm leben, sie muss ihn zum Ausdruck treiben;um aber den Ausdruck dieser inneren Idee in einer mög-lichst vollendeten äusseren Form zu ermöglichen, dafürlernt er die Form d. i. das Technische. Dies ist es dem-nach vor allem, worin eine künstlerische Lehranstalt ihreEleven zu fördern hat, wenngleich sie damit auch keines-wegs die Entwickelung der ideellen Beanlagung ausserAcht lassen darf. Es liegt somit in der Natur der Sache,dass der grosse Künstler, getrieben von dem verzehrendenFeuer der zum Ausdruck drängenden Idee, weniger befähigtist für eine direkte Lehrthätigkeit, so sehr er sich auchstets einer Menge geistiger Zöglinge erfreuen wird, dereninnere Gluth von dem vorleuchtenden Flammenzeichenzum Nachstreben solcher unbewussten Führer hingerissenwird.

Der geringere Künstler wird in der Regel aber ein vielnüchternerer Denker, ein praktischerer Mann sein unddarum mehr befähigt, auf das rein Technische, das Hand-werksmässige sein Augenmerk zu richten und mit allerRuhe darin auch lernbegierige Zöglinge zu unterweisen.So überwog denn in der That auch nach Schadows Ueber-nahme des Directoriums die Cultivirung und Weiterbildungin der Technik des Malens das eigentlich artistische Interesseder Schüler und es ist nicht zu leugnen, dass viele Haupt-erfolge der Düsseldorfer diesem Umstände zu danken sind.Es waltete eben ein günstiges Geschick über die neuerstandeneDüsseldorfer Akademie, dass ihr zur Leitung gleich zuAnfang der grösste Künstler und der grösste Lehrer folge-richtig nacheinander beschieden wurden; wodurch dieNamen Cornelius und Schadow überhaupt die Leitsterneder Düsseldorfer Kunst geworden sind.

Die von Schadow gebrachte Neuerung, mehr Werthauf das Technische zu legen, führte zugleich den nicht zuunterschätzenden VortheU mit sich, dass man dadurchz u gesteigertem Bestreben angeregt ward, auch in jederanderen formalen Hinsicht dem errungenen Vortheile gleich-zukommen und dass der Düsseldorfer Boden dadurch wesent-lich vorbereitet ward, in der folgenden Periode der Rea-listik und Coloristik doppelte Flüchte zu tragen. Schadowkonnte sie noch sehen und trotzdem, dass er sich frühzeitig