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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Zur Geschichte der bildenden Kunst in Düsseldorf.

Zugvögel waren, die die Sommermonate in München ar-beiteten, aber doch auch einen guten Teil ihrer Kraft derDüsseldorfer Kunstthätigkeit widmeten. Die erste monumen-tale Bethätigung der Schule war die Ausmalung der Aulader Bonner Universität durch Götzenberger, Hermann undFörster. Unvollendet blieb das jüngste Gericht für dieDecke des Assisensaales zu Coblenz, welches Stilke, Stürmerund Anschütz übertragen war; ebenso ging's mit einigenPrivatbestellungen für Schlösser in der Umgegend Düssel-dorfs; denn mit der ganzen Herrlichkeit der jungen auf-blühenden Schule war's plötzlich wieder zu Ende. Als deralte Langer, der Director der Münchener Akademie, 1824starb und nun Cornelius zur Annahme dieser Stellung durchseinen Protector König Ludwig auf das energischste ge-drängt wurde, waren die Gründe, welche dafür sprachen,so überwiegender Natur, dass sie doch ausschlaggebendwirken mussten und über die treue Heimathsliebe siegten.Bevor der Meister jedoch schweren Herzens seinejunge Schöpfung verliess, gab er sich alle Mühe, ihren Be-stand in der von ihm begründeten Richtung zu sichern.Er ermahnte seine Schüler, auch nach seinem Abgangevon der Anstalt rüstig in seinem Sinne fortzuarbeiten, aberdie überwiegende Mehrzahl und gerade die hervorragenderenderselben erklärten mit E. Förster:Die Anstalt, zu derwir gekommen, sind Sie; wohin Sie gehen, folgen wirIhnen!"

So stand denn die Düsseldorfer Kunstakademie aber-mals verwaist, verödet da, doch sollte dieses neue Miss-geschick nur die Einleitung sein zu einem grösseren glänzen-deren Glücke. Nach einem kurzen Interregnum, währendwelcher Zeit Mosler die Leitung der Anstalt übernommenhatte und es damit allerdings recht kläglich bestellt war,wurde 1826 Wilhelm Schadow zum Director derAkademie berufen und in ihm war eine Lehrkraft und einorganisatorisches Talent von so hervorragender Bedeutungfür die neue Kunstanstalt gewonnen, wie sie eines solchenzu frischem Emporblühen dringend bedurfte. So hebtdenn auch mit Schadow eine stetige und gedeihliche Ent-wickelung der Düsseldorfer Kunst an.

Cornelius und Schadow das sind für die Düssel-dorfer Malerschule die beiden hell leuchtenden Kory-phäen, wenn auch in ganz verschiedener Richtung geworden.Es wäre ein vergebliches Unterfangen, Schadow zur künst-lerischen Höhe eines Cornelius emporschrauben zu wollen.Es sind eben zwei verschiedene Dinge, ein grosser Künstlerund ein tüchtiger Lehrer zu sein, ebenso wie es zwei ganz