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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Zur Geschichte der bildenden Kunst in Düsseldorf.

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H. A. S t i 1 k e , sowie des Meisters Lieblingssohüler J.Götzenberger, im folgenden Jahre auch W. Kaul-bach, C.Hermann, H. Anschütz, Chr. Rübenund mehrere Andere. Freilich war nun diese Anstalt wenigerAkademie als Corneliusschule und ihr Haupt weniger Directorals Meister, um welchen sich die Schaar der Jünger mitbegeisterter und doch wieder familiärer Hingebung drängte.Alles Reglement fiel und mit den Theorien war es vorüber;Lehren und Rath des Hauptes dagegen, unsystematischund mehr gelegentlich hingeworfen, eingestreut in gemein-same Arbeit wie in unterhaltende Gespräche, wirkten wahr-haft orakelhaft auf dem empfänglichen Boden. Auch dievon Cornelius nach Düsseldorf gezogenen Lehrer, Moslerund Wintergerst, standen ganz unter seinem Einflussund waren die treuen Dolmetscher seiner Intentionen.Kein Wunder, dass in Kurzem die ganze Schule wie auseinem Gusse dastand. Von jedem Besuch, den die Schülerin des Meisters Atelier machten, wo ein Carton nach demandern für die Glyptothekfresken entstand, kehrten sieangeregt, geläutert zurück, angefeuert durch das ernst-freundliche Wort, das Cornelius an jeden zu richten wussteund befestigt in dem Wunsche, nach demselben Ziele zustreben.

Es gab aber für den Meister nur ein Ziel: die monu-mentale Kunst. Diese fasste er jedoch keineswegs in einenengbegrenzten Rahmen, sondern betrachtete Antike, Sage,das religiöse Gebiet und die Geschichte als ebenbürtig.Auch von einem Anlehnen an eine bestimmte Kunstrich-tung war keine Rede mehr. Tüchtige Naturstudien solltendas Mittel sein, die Ideen zum Ausdruck zu bringen; sonstempfahl er besonders die Antike und die grossen Cin-quecentisten als Correktiv. Hinsichtlich der Stoffwahlrieth er im allgemeinen von Dichter-Illustrationen ab:Estaugt nicht, den Dichtern nachzudichten. Unsere Kunstist frei und muss sich frei gestalten. Erwärmen sollen wiruns an der Begeisterung der Dichter, das ganze Leben mussvon ihnen durchdrungen sein; aber wo wir dichten, sollenwir selbst dichten und nicht für uns dichten lassen. ...Scenenmalerei ist Nachdruck; die freie Kunst muss sichdessen schämen." Das waren goldene Worte, denn Selbst-ständigkeit um jeden Preis, stolzes Selbstbewusstsein, daswar es, was der Kunst vor allem Noth that und namentlichder überall nur nachäffenden Malerei.

So war denn in Düsseldorf als Pflanzstätte endlicheine erfreuliche Saat aufgegangen, die anfing kräftig Wurzelnzu schlagen. Es hatte nun eine Schule mit tüchtigen selbst-Bchaffenden Künstlern, die zwar noch zum grössten Theil