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Zur Geschichte der bildenden Kunst in Düsseldorf.
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seit dem 16. Jahrhundert erstanden und dessen Werth manbis dahin in Deutschland noch lange nicht hinreichendkennen zu lernen Gelegenheit gehabt habe" und der „unterden Malern sei, was Goethe unter den Dichtern", und trotzder eifrigen Befürwortung der königlichen Regierung zuDüsseldorf konnten die gegenstehenden Bedenklichkeitennur langsam zertheilt werden. Erst auf ein nochmaligesdringenderes Schreiben Niebuhrs vom 5. Juni 1819 hattedie preussische Regierung sich entschüessen können, Cor-nelius für die Directorsstelle an der Akademie zu Düsseldorfin Aussicht zu nehmen und mit dieser ihm zugleich dasAnerbieten zu machen, sich an der Ausmalung des neuer-bauten Schinkelschen Schauspielhauses zu betheiligen. Un-gefähr kam dieser Entschluss aber jetzt zu spät. Corneliuswar inzwischen von Rom nach München übergesiedelt undes war schon lange kein Geheimniss mehr, dass er durchdie Huld des kunstliebenden Kronprinzen Ludwig, die ihndurch grossartige Aufträge dahin gezogen, nun dort auchvollständig gefesselt werden sollte. Ergriffen von demAnblick der für die Glyptothek angefertigten Cartons hatteder Kronprinz dem Künstler die Erfüllung aller seinerWünsche auf die huldvollste und aufmunterndste Weisebewilligt. Cornelius ging erneute Verpflichtungen ein undglaubte dieselben nicht lösen zu können, ohne Ehre undGewissen zu verletzen. So war also die äusserste Gefahrin Verzug, dass München, welches dem wetteifernden Düssel-dorf schon seine Gallerie und seine erste Akademie ent-führt hatte, ihm nun auch noch seine schönste Hoffnungfür die Erstehung der neu zu gründenden Akademie vor-weg nehmen würde. Cornelius aber, der treue Sohn Düssel-dorfs, gerieth andrerseits in schmerzlichen Conflikt, demehrenvollen Ruf in das geliebte Vaterland, in seine theureHeimathstadt nicht folgen zu sollen. Lag ihm doch das hierzu beginnende reformatorische Werk nicht minder amHerzen wie die eigene Kunstthätigkeit. Da entschloss sichder preussische Minister zu einem Akt freisinniger Pro-tection der Kunst und liberaler Behandlung des Künstlers,Cornelius war nämlich der Meinung, dass in DüsseldorfBau und Einrichtung so weit zurück seien, dass wohl nochzwei Jahre hingehen könnten, bis alles vorbereitet sei;inzwischen könne er in München seine Arbeit fördern, inBerlin sich berathen und in Düsseldorf leiten und ordnen.•Er verkannte den Nachtheil dieser Abwesenheit nicht,glaubte ihn aber aufgewogen durch den Vortheil, den einegrosse Arbeit auf Lehrer und Schüler habe; die Fähigerensollten unmittelbar Antheil an derselben nehmen und inder lebendigen Ausübung der Kunst, mit Wort und Lehre