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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Zur Geschichte der bildenden Kunst in Düsseldorf.

Besitz der gefürchtetenfeindlichen Preussen". Damitsollte nun wohl endgültig sein Todesurtheil gesprochensein.

Die barbarischen Preussen schienen aber doch selt-samerweise ein menschliches Rühren zu fühlen. Sie er-kundigten sich bald ganz theilnehmend nach dem Befindendes im Scheintod schlummernden Pfleglings. Unter'm5. December 1816 forderte das Ministerium des Innerneinen Bericht einüber den Zustand der Kunstakademieund deren Sammlungen" und in dieser Forderung ergabsich die Handhabe zur weiteren Verfolgung des Gedankenseiner Neubegründung der Düsseldorfer Kunstakademie.Allerdings war jenes Mitgefühl anfangs nur eine schwacheRegung, die noch lange mit allerhand praktischen Be-denken und Erwägungen zu kämpfen hatte, ehe sie sichso weit erwärmen konnte, dass sie zu einem klaren defini-tiven Entschluss kam. Und bei diesem Zögern und Ueber-legen wäre beinahe die Gunst des Augenblicks ungenutztvorübergegangen.

In Erwägung der wenig günstigen Finanzlage undder daraus resultirenden Sparsamkeitsrücksicht hatte näm-lich die königliche Regierung zu Düsseldorf einen prak-tischen Vorschlag gemacht. Sie fand ganz richtig in derBerufung tüchtiger Künstler an die neu zu gründende An-stalt die beste Gewähr für deren Aufblühen und daaufeine nicht sehr reichliche Ausstattung zu rechnen" war,welche ausgezeichnete Männer ihr zuzuwenden geeignetgewesen wäre, so machte man Rechnung auf den Umstand,dass zwei damals sich hervorthuende Künstler aus hiesigerGegend gebürtig waren und sich von ihnen annehmen lassendurfte, dass vielleicht die Liebe zur Heimath sie geneigtmachen möchte, eine Anstellung hier anderen vortheü-haften Anträgen vorzuziehen. Die beiden in's Auge ge-fassten Personen waren der Bildhauer Flathes in Paris,gebürtig aus Crefeld, und der Maler Peter Cornelius in Romaus Düsseldorf.

Diese Annahme zeigte sich denn auch als durchausgerechtfertigt. Auf eine Anfrage erklärte Cornelius ineinem Briefe vom 2. Mai 1818 sich sehr bereit, die Leitungder neueinzurichtenden Kunstschule zu übernehmen, in-dem er als Hauptgrund seine Liebe zur Heimath und seineAnhänglichkeit an den preussischen Staat, an welchenermit allen seinen Angehörigen durch wahrhaft innigeBande geknüpft sei", betonte. Aber trotz der diesen Briefbegleitenden warmen Empfehlung Niebuhrs, der kein Be-denken trug, Corneliusden ersten Maler zu nennen, der