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Zur Geschichte der bildenden Kunst in Düsseldorf.
Vergleich mit dem Ausstreuen der Frucht auf den urbargemachten Acker und dem Emporwachsen der demselbenentkeimten Pflanze. So von aussen hinein, von oben herabist nach langem, dunklem Winter von emsiger Hand dasSaatkorn in den fruchtbaren Boden gebracht worden undnachdem es eine Zeit lang darin geruht, ist erst in diesemJahrhundert die reiche Saat zu herrlichem Erblühen ausdemselben emporgesprossen, nun erst hat sie in diesemihrem Boden, ihrer Mutter Erde Wurzel gefasst, nunerst kann sie wirklich mit Stolz ihren Namen „DüsseldorferKunst" tragen. Diese Berechtigung hat sich denn auchim Laufe des letzten Jahrhunderts in der ganzen Welt dievollste Geltung, den besten Klang verschafft. —
Nach dem Tode Krahes (1790) wurde JohannPeter Langer, geboren zu Calcum bei Düsseldorf,zum Director der Akademie und Gallerie ernannt. Warseine Bedeutung als Künstler zwar auch nicht viel höheranzuschlagen als die seines Vorgängers, so gewann seinDirectorium doch eine grössere Wichtigkeit zunächst schondadurch, dass sein weit berühmterer Sohn Robert, der1806 Professor der Münchener Akademie wurde, im vorigenJahrhundert Schüler der Düsseldorfer Akademie war, so-wie vor Allem aber dadurch, dass Robert Langers Alters-genosse und Mitschüler kein geringerer als Peter Cor-nelius (geboren zu Düsseldorf 1787) war, also Derjenige,welcher für die Glanzperiode der Düsseldorfer Kunst alsder eigentliche Grundpfeiler zu betrachten ist.
Bevor aber mit diesem Namen die Lenzessonne derneuen Kunst der vielgeprüften Stadt aufging, sollte erstnoch einmal eine recht finstere Sturmnacht mit allen ihrenSchrecken niederschmetternd und zerstörend über sie dahin-brausen, um sie vor ihrer Erhebung bis zur tiefsten Ver-wüstung herabzuwürdigen. Von einer stolzen Residenz-stadt, che sich vermass, den grössten Städten der Welt denRang ablaufen zu können, war Düsseldorf schon seit langerZeit, namentlich nach der Vereinigung der kurpfäLsischenLande mit Bayern, immer mehr zu einer bescheidenenstillen Provinzialstadt herabgesunken. Sein einziger Stolzwar nur noch seine weltberühmte Gemäldegallerie. Schonhatte sie einmal beim Bombardement der Stadt (1758)nach Mannheim geflüchtet werden müssen, war aber beihergestellter Ruhe (1764) unversehrt zurückgeführt worden.Sie zog ausser den Malern auch die Koryphäen andererKünste zeitweise nach Düsseldorf, so Lessing, Wieland,Claudius, Heyse, Humboldt, Herder, Bürger, Hölderlinund vor allem den Grössten, Goethe, zum Besuche seines