Zur Geschichte der bildenden Kunst in Düsseldorf.
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akademie errichtete. Zum Director der neuen Anstalt wurdeJohann Lambert Krähe (1720—1790), Hofmalerund Professor der Akademien zu Rom und Florenz, eingeborener Düsseldorfer, ernannt. Seinem Rufe und seineneifrigen Bemühungen gelang es bald, junge Talente heran-zuziehen, und so war 1774 die Anstalt vollständig organisirtund ausser von Deutschen selbst von Engländern, Franzosenund Holländern besucht. War nun aber auch ohne ZweifelKrähe ein in seiner Art strebsamer, kenntnissreicher undtüchtiger Charakter, so mangelte ihm doch die selbst-ständige schöpferische Kraft, welche den bedeutendenKünstler macht. An diesem Mangel krankte, wie überhauptdie damalige Zeit, so auch die seinem Directorium unter-stehende Akademie; sie war wie alle übrigen eine Zopf-akademie. Unter dem directen Einfluss der prächtigenGemäldegallerie bezeichnet die damalige Kunstrichtungeine schwankende Mittelstufe zwischen decorativer Zopf-kunst, dem neu sich regenden Classicismus und nieder-ländischen Anklängen. Immerhin aber war ein bedeutungs-voller Anfang, der erste Schritt zu einem frischen Auf-streben gemacht. So konnte also die Stadt aus dem fünftenJahrhundert ihres Bestehens, das in seinem Anfang ebensoglorreich wie in seinem weiteren Verlaufe betrübend gewesenwar, nun mit einer hoffnungsfrohen Aussicht auf die Zu-kunft in das sechste Jahrhundert übertreten. Das letzteresollte ungefähr den umgekehrten Verlauf wie das voran-gegangene nehmen; es brachte zu Anfang die nieder-schmetterndsten Schicksalsschläge für die Stadt und ihr©Kunst, führte dagegen im weiteren Verlaufe bis zum Schlusseine stetig wachsende Entfaltung ihres Aufblühens miteich. Und in dieser stetigen, gesunden Entwickelung liegteinerseits die Begründung für die tiefgehende Bedeutunggerade dieses Zeitraumes im Gegensatz zu den voran-gegangenen Jahrhunderten, anderntheils aber auch dieGewähr für die Dauerhaftigkeit der daraus hervorgegangenenErrungenschaften. Diesen Unterschied zwischen der Ent-Wickelung der Düsseldorfer Kunst im letzten Jahrhundertu nd der der früheren Zeit in das rechte Licht zu rücken,das ist die eigentlich grundlegende Absicht dieser Schrift.Sie tritt somit jetzt in einen neuen Abschnitt, in den zweitenu nd Haupttheil ihrer Aufgabe ein, in einem Ueberblick,w enn auch nur gedrängt und skizzenhaft, wie es bei derBeschränktheit des Raumes nicht anders möglich ist, dievollständige Verschiedenartigkeit zu zeichnen, welche sichui dem Wesen dieses Jahrhunderts gegen die früheren undnamentlich das vorletzte äussert. Dieser Unterschied kenn-zeichnet sich am klarsten in dem schon vorhin erwähnten
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