Zur Geschichte der bildenden Kunst in Düsseldorf.
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Löwen, zu deren Guss der Churfürst schon den Befehl er-theilt hatte, sammt der Lapidarinschrift, welche das Piedestalzieren sollte; in symbolischer Darstellung wurden von diesenvier Löwen die vier Cardinallaster Hoffart, Geiz, Neid undVöllerei unterdrückt. Ausser jenem Standbild wurden vonGrupello eine hohe Pyramide in Bronce sowie ein anmuthigerSpringbrunnen mit Aktäon und Diana nebst ihrer Um-gebung, den lieblichen Nymphen, welche auf dem Gallerie-hofe in Düsseldorf ihre Aufstellung fanden, hergestellt.Ferner verfertigte er im Auftrage Johann Wilhelms einegrosse Anzahl kleinerer Arbeiten, wie Bronze- und Marmor-statuen, Porträts, Basreliefs, Modelle zu biblischen Gegen-ständen, Heiligenbildern, Thier- und Jagdstücken, Möbel-verzierungen u. dergl. mehr.
Der auf das Grossartige gerichtete Sinn Johann Wühelms,der sich in allen seinen Bestrebungen bethätigt hat, zeigtsich vor allem auch in dem Project eines neuen kolossalenPalastes, welcher im Anschluss der Lorettokapelle, alsoauf der heutigen Wegelinie bis zur Neustadt errichtet werdensollte. Der Entwurf, im hiesigen Archiv aufbewahrt, legtnoch heute Zeugniss davon ab, wie bedeutend Düsseldorfdamals schon hätte erstehen können. Ein Tourist aus jenerZeit schreibt: „Ich habe den Plan eines neuen Palastesgesehen, dessen Bau beabsichtigt war; derselbe würde,ausgeführt, sicher eines der grossartigsten Gebäude Europasgeworden sein." Johann Wilhelm liebte sein Düsseldorfungemein und sein gewaltiger Ehrgeiz träumte kühn vonder ihm vorschwebenden Errungenschaft, es in die Reiheder ersten, berühmtesten Kunst- und Weltstädte erhobenzu sehen, nicht bedenkend, dass zu einem solchen grandiosenUnternehmen nicht die Lebenskraft eines Einzelnen, undsei sie noch so thatenreich, ebenso wenig wie die materiellenMittel ausreichen. Noch in voller Beschäftigung mit derAusführung seiner enormen Projecte begriffen, wurde erplötzlich durch den Tod dahingerafft.
Wie in der Regel ein Extrem das andere hervorruft,wie der übertriebenen Aktion schleunigst die Reaktionfolgt, so geschah es auch hier. Der verschwenderischenPrachtliebe Johann Wilhelms gegenüber stellte sich dasengherzige Sparsamkeitsprinzip seines Nachfolgers, seinesBruders Carl Philipp, im denkbar schärfsten Contrast.Nicht genug, dass die gewaltigen Pläne des Verstorbenenunausgeführt blieben, es sollte auch möglichst das vonihm Ausgeführte wieder vernichtet, respective zu baaremGelde umgewandelt werden; wenigstens sollte es nicht inDüsseldorf verbleiben. Johann Wilhelms ganzer Nach-