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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Zur Geschichte der bildenden Kunst in Düsseldorf.

macht wäre und vor allem nach Gebühr gewürdigt werdenkönnte.

Hatte Johann Wilhelm eine besondere Vorliebe fürdie Kunst der Niederländer, so wusste er doch auch diegrossen Italiener nach ihrem vollen Werth zu schätzenund war jedenfalls hocherfreut, als seine zweite GemahlinAnna Maria Loisia von Medici nebst einer Mitgift vonMillionen Gold auch bedeutende Kunstschätze aus ihremdamit so gesegneten Heimathlande nach Düsseldorf brachteund fortan ihren Gemahl in seinem grossartigen Unter-nehmen, eine hochbedeutende Kunstanstalt zu errichten, aufdas Eifrigste unterstützte. Ausser im Sammeln von Kunst-werken, zu deren Ankauf vertraute und bewährte Kunst-kenner ausgesandt wurden, wetteiferte das Fürstenpaarjetzt auch in der Berufung berühmter Meister, welche zumTheil, wie Douven, nun ihren ständigen Wohnsitz wählten,zum Theil wenigstens längere Zeit in Düsseldorf wirkten.

Der grössten Gunst des prunkliebenden Hofes erfreutesich besonders Adrian van der Werff, geborenim Kralinger Amt bei Rotterdam (16591722). Als JohannWilhelm 1696 nach dem Haag kam, besuchte er auch vander Werff zu Rotterdam, kaufte verschiedene seiner Bilderund bestellte ihm noch einige andere mit der Weisung,nach Vollendung dieselben in Person nach Düsseldorf zubringen. Als der beglückte Künstler im folgenden Jahresich dieses ehrenvollen Auftrages entledigte, erwarb er sichdamit so sehr die Zufriedenheit des Churfürsten, dass dieserihn auf sechs Monate des Jahres gegen ein Gehalt von4000 Gulden holländisch in Dienst nahm. Seit dieser Zeitblieb van der Werff dauernd in naher Beziehung und Ver-bindung zum Düsseldorfer Hofe sowie auch zur Stadt. Vieleseiner besten Werke fanden Aufnahme in der neugegründetenGallerie und wenn dieselben auch heutzutage wegen derihnen anhaftenden Süsslichkeit und Gelecktheit nicht mehrdie übertriebene Würdigung finden, welche ihnen zur Zeitihrer Entstehung zu Theil wurde, so dürfen sie immerhindoch als eine Zierde der glänzenden Sammlung betrachtetwerden 1 ).

a ) Dass übrigens auch zu jener Zeit nicht Alle so begeisterteVerehrer der van der Werff'schen Muse waren wie der Churfürst,zeigt sich schon in folgender Beurtheilung eines Zeitgenossen, welcherschreibt:ein Maler, der zwar durch seine Werke einen grossen Ruhmerworben, aber dennoch sie mit einer so peinlich gezwungenen Sorg-fältigkeit ausgeführt hat, wie die Michel Angelo, die Baphael, dieTitian von ganzem Herzen verabscheuten. Ueberlasset, sagten diesegrossen Genies, diese kindischen Spiolereien den Flämingern, welch©nichts als Sclavenarbeit thun, weil ihre Kaltsinnigkoit unerschöpf-lich ist."