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Zur Oeachichte der bildenden Kunst in Düsseldorf.
nächst doch keiner der Herrscher zum beständigen Auf-enthalt. Noch Herzog Philipp Wilhelm residirte abwechselndhier, zu Neuburg und Heidelberg. Erst sein Sohn KurfürstHerzog Johann Wilhelm, zu Düsseldorf am 19. April 1658geboren, zeigte eine grosse Vorliebe für seine Geburtsstadtund wählte sie zur bleibenden Residenz. Unter seiner glanz-vollen Regierung entwickelte sich die bis dahin kleine Stadtzu einer mächtig blühenden Prachtentfaltung und jetztbeginnt sie auch in der Kunst eine grössere Bedeutung zugewinnen. Schon in seiner Jugend, namentlich währendeines Aufenthaltes in Italien am medicäischen Hofe, hatteJohann Wilhelm das Studium der Kunstgeschichte undder schönen Künste mit Begeisterung gepflegt. Als er 1691nach dem Tode seiner ersten Gattin eine zweite Ehe mitder kunstsinnigen und heiteren Erbprinzessin von Toscana,Anna Maria Loisia,einer Tochter des Grossherzogs Cosmos III.,einging und dadurch auch seine Kunstliebe immer reichereAnregung erhielt, reifte in ihm der Plan, in einer umfang-reichen Gallerie Werke der bedeutendsten Meister zusammeln.
Ausser durch seine Gemahlin und schon vor seinerVerehelichung wurde er zu jenem Unternehmen ammeisten durch den Maler Douven angeregt und durch ihnin seinen Bestrebungen aufs eifrigste unterstützt. JohannFranz Douven, geb. zu Roermonde (1656—1727),später Chevalier van Douven, wurde von Johann Wilhelm,der seine Werke sehr schätzen gelernt hatte, 1682 zumHofmaler ernannt und bürgerte sich seit dieser Zeit in Düssel-dorf vollständig ein. Er erwarb sich als fürstlicher Porträt-maler einen hohen Ruf und malte eine grosse Anzahl gekrönterHäupter, so den Kaiser und die Kaiserin von Oestreich,den König und die Königin von Dänemark, den Königvon Spanien (während seines Aufenthaltes in Düsseldorfvom 16. bis zum 27. Oct. 1703) u. A., im Ganzen drei Kaiser,drei Kaiserinnen, fünf Könige, sieben Königinnen und einelange Reihe Fürsten und Prinzen, sowie hervorragendeZeitgenossen. Als vertrauter Rathgeber und Liebling seineshohen Gönners Johann Wilhelm suchte er in uneigen-nützigster Weise dessen Sammlerfleiss zu nähren und aufeine Vereinigung von Kunstwerken nach Schulen undRichtungen zu einem geordneten Ganzen zu leiten.
Nach dem Tode seines Vaters (1690) gelangte JohannWilhelm in den Besitz der herrlichen Kunstsammlungenseiner Ahnen, namentlich seines kunstsinnigen GrossvatersWolfgang Wilhelm, Von ihm, dem Freunde und Lebens-retter des Malerfürsten Rubens, hatte er wohl auch diebegeisterte Verehrung und Sympathie für den grossen