292 Entwickelung des Schulwesens zu Düsseldorf.
leiden und oft ihre Thätigkeit ganz einstellen müssen. DieLambertus-Pfarrschule ist wohl ohne Unterbrechung fort-geführt worden, an diese schloss sich 1805 bei Gründungder Maxpfarre die Elementarschule für diesen Bezirk; imBeiben Jahre wurde die alte Jesuitenschule unter dem Nameneines Lyceums eröffnet, daraus hat sich das heutige König-liche Gymnasium entwickelt. Die juristischen Vorlesungensetzen sich noch einige Jahre fort und hören allmälig ganzauf. Die Kunst-Akademie ist durch den Verlust der Galleriesehr geschädigt und fristet nach Weggang der Lehrer einkümmerliches Dasein, bis unter Preussens Herrschaft auchfür sie die Stunde der Wiedergeburt schlägt. 1837 legteman den ersten Grund zur heutigen Luisenschule mit pro-testantischem Character, während die Erziehung katho-lischer Mädchen hauptsächlich in der Hand der Ursulinerin-nen und einiger Privatanstalten lag. 1838 wurde das Real-gymnasium, 1842 die Andreaspfarrschule, 1872 die höhereBürgerschule, 1877 die Friedrichsschule als Filiale derLuisenschule, 1878 die städtische Bürgermädchenschule,1880 die Marienschule, 1883 die Kunstgewerbeschule ge-gründet. Zugleich wurden zu den bestehenden Volks-schulen seit 1870 zahlreiche Schulsysteme hinzugefügt.Wir bemerken hieraus leicht, dass das Leben auf dem Gebietedes Unterrichtes um so stärker pulsirt, je näher wir derGegenwart kommen.
Pvastlos wie die Zeit ist auch das unaufhörliche Fort-schreiten im Unterrichtswesen, und fast täglich entstehenBedürfnisse zu Aenderungen in bestehenden Einrichtungenoder zu Neubildungen, die, wenn sie auch nicht das Lebender Schule berühren, dennoch in gewisser Weise in denGang des Unterrichtes eingreifen. Aus kleinen Schulenist ein Aufbau von Klassen entstanden, die kaum von deneinzelnen Dirigenten übersehen werden können. Ebensoist der Lehrstoff, den Bedürfnissen der Gegenwart ent-sprechend, ausgedehnter und vielseitiger geworden. Diessind Schattenseiten, welche sich einerseits aus dem wachsen-den Bedürfniss nach Bildung, das sich immer grösserer Ge-sellschaftskreise bemächtigt, andererseits aus den Ansprüchen,welche die Cultur an die jetzt lebenden Menschen stellt,leicht erklären lassen. Wie derjenige, welcher sich gegendie Fortschritte der Wissenschaft und Kunst ablehnendverhielte, hinter seiner Zeit zurückbliebe, so würde auchdie Stadt, welche dem Drange ihrer Bewohner nach Unter-weisung auf den Gebieten des Wirkens und Könnens nichtRechnung trüge und entgegenkäme, sich zur weiteren Ent-wickelung unfähig machen. Diese Einsicht ist heute eo