Entwickelung des Schulwesens zu Düsseldorf.
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allgemein verbreitet, dass man gerade in den aufstrebendenStädten auch eine erfreuliche Blüthe der Schulanstaltenwahrnimmt. In Düsseldorf ist schon vieles geschehen, aberdie Zukunft wird noch manches als der Vervollständigungoder Umänderung benöthigt hinstellen, was jetzt uns alsfertig erscheint. Bei den Volksschulen ist eine Erweiterungder Schulsysteme einfach. Bei den höheren Lehranstaltenaber zeigt sich das Bedürfniss nicht so schnell und klar.Es vergehen meist Jahre, ehe sich ein Verlangen der Be-wohner nach einer bestimmten Lehranstalt so deutlichdarstellt, dass die Behörde durch Errichtung derselbendem allgemeinen Wunsche nachkommen muss. Dann istes natürlich, dass solche Anstalten sich sofort nach ihrerGründung einer grossen Blüthe erfreuen. Daher dehntsich die höhere Bürgerschule so schnell aus, dass man schonbald an die Eröffnung einer ähnlichen Anstalt im nörd-lichen Stadttheile wird denken müssen; so ist das aus demRealgymnasium hervorgegangene städtische Gymnasiumschon jetzt die Hauptanstalt, während die reale Bildungweniger gesucht wird. Wenn es gestattet ist, am Schlüssedieser Zeilen einen Blick in die Zukuuft zu thun und dieFrage zu beantworten, welche Anstalten in Düsseldorf das700jährige Jubiläum der Stadt feiern werden, so glaubeich, dass die Zahl der Gymnasien und höheren Bürgerschulensich nach dem Anwachsen der Bevölkerung vermehren wird,während das Realgymnasium wegen der Concurrenz beidergeringe Gewähr für dauernde Blüthe bietet. Freilich wirddas Gymnasium sich noch manche Veränderungen gefallenlassen müssen, ehe es seine Laufbahn mit Ruhe verfolgenkann.
Die Bürgerschaft zu Düsseldorf hat ihr Interesse fürdie Unterweisung ihrer Jugend, wie aus den Urkundendes 16. Jahrhunderts hervorgeht, schon zu Zeiten kundgegeben, wo man anderswo eine Erkenntniss von dem Werthdes Unterrichts vergeblich sucht. Allerdings spielte damalsneben dem Beweggrund des idealen Zweckes auch dermaterielle Vortheil, nämlich durch eine gute Schule aus-wärtige Schüler anzuziehen und dadurch für den Stadt-bewohner Gelegenheit zu Verdienst zu geben, eine nichtunwichtige Rolle. Heute fällt dieser auf den Nutzen ge-richtete Beweggrund fort; denn für eine grosse Stadt könnendie Schüler, die etwa von aussen kommen, keinen Einflusaauf EntSchliessungen haben, welche sich auf Gründungoder Einrichtung von Schulanstalten beziehen. Jetztherrscht nur das eine Streben vor, die Einwohnerschaftdurch Unterweisung und Erziehung auf der Höhe dermodernen Kultur zu erhalten und sie zur verständnissvollen