Entwickelung des Schulwesens zu Düsseldorf.
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Ueberschau constatiren, dass das höhere Mädchenschul-wesen in Düsseldorf in hoffnungsreicher Blüthe be-griffen ist.
Eine Mittelstellung zwischen höheren Töchterschulenund Volksschulen nimmt die städtische Bürgermädchen-schule ein; sie ist besonders für die Töchter des Mittel-standes, der Gewerbetreibenden, Kaufleute, Beamten u. s. w.bestimmt und gewährt eine über das Maass der Volksschulehinausgehende Bildung, die in der Regel mit dem 15. Lebens-jahre erreicht ist. Ihre Hauptaufgabe ist die praktischeVorbereitung ihrer Schülerinnen fürs Leben, wesshalb dieeinzelnen Fächer vom Gesichtspunkte der unmittelbarenVerwerthung betrieben werden. Dabei ist die Schule keineFachschule für irgend ein gewerbliches Geschäft, vielmehrlegt sie Werth auf eine wahrhaft religiöse und nationaleErziehung. Sie begnügt sich ferner mit einer fremdenSprache, der französischen, und gewinnt dadurch Zeit,die anderen Fächer mehr zu berücksichtigen. Dass eineßolche Anstalt einem wirklichen Bedürfniss abgeholfen hat,zeigt ihr rasches Emporblühen. Am 1. October 1878 mit71 Schülerinnen in 4 aufsteigenden Klassen unter UellnersLeitung eröffnet, wurde sie Ostern 1879 schon von 212Schülerinnen besucht. Am 24. Oct. 1880 trat der seitherigewissenschaftliche Lehrer an der Louisenschule, Herr Kessler,als Rector ein. Unter der Leitung desselben wurden dievorgesehenen 8 Klassen I, II, III unterste Stufe, IV, V, VIMittelstufe, VII und VIII Oberstufe aufgebaut; die III.und IV. Klasse musste bald getheilt werden.
Mit Beginn des Wintersemesters 1886 trat RectorKessler, als er zum Stadtschulinspector ernannt war, ausund überliess die Leitung dem wissenschaftlichen Lehrer ander höh. Mädchenschule in Wesel, R. Hagenbuch. Die Fre-quenz steigerte sich im Schuljahr 1887/88 auf 412 Schülerinnen,die von 12 ordentlichen Lehrkräften und 1 Hülfslehrerinunterrichtet wurden.
Wir haben nun die Anstalten, welche auf Grund derallgemeinen Volksbildung die Erhöhung des Wissens undKönnens nach den verschiedensten Richtungen mit ab-weichenden Zielen sich zur Aufgabe stellen, durchlaufen:überall sehen wir die erfreulichste Blüthe, freudiges Weiter-etreben zur menschenmöglichen Vollkommenheit. Nichtminder angenehm wird uns die Schau über die Anstaltensein, welche die für alle Bürger des Staates ohne Ausnahmenöthige Bildung erzielen wollen. Die Elementarschulen ver-danken, wie alle Schulen, ihre eigentliche Entwickelungdem 19. Jahrhundert. Was wir früher finden, sind nur