286 Entwickelung des Schulwesens zu Düsseldorf.
Conditorei. Altgelt, der unermüdliche Leiter und Curator,verhalf der Gemeinde zu einem eigenen Gebäude in derSteinstrasse, welches 1863 bezogen wurde. Nachdem kurzvorher die Schule einen selbstständigen Director in derPerson des Herrn Uellner, des bisherigen Oberlehrers amRealgymnasium, erhalten hatte, wurde sie 1864 neu organisirtund ihr zugleich eine Selecta oder Seminarklasse beigefügt;1867 wurde das Mädchenturnen als facultativer Lehrgegen-stand eingeführt. Seit dem 1. Mai 1876 ging die Schulean die Stadt über und wurde als eine städtische, paritätischehöhere Töchterschule mit einer Seminar Masse und 10 Klassenfortgeführt; als Filiale erhielt sie 1877 in der Thalstrasse,als die von den Schwestern vom hl. Kreuze geleitete katho-lische höhere Mädchenschule einging, die Friedrichsschulezunächst mit 6 aufsteigenden Klassen. Die gesammteAnstalt hat jetzt 378 Schülerinnen, darunter 80 aus derFriedrichsschule.
Als die schon seit zwei Jahrhunderten bestehendehöhere Mädchenschule der Ursulinerinnen in der Ritter-Btrasse in den siebenziger Jahren einging, wurde Ostern
1880 an deren Stelle die Marienschule mit vorwiegendkatholischem Charakter eingerichtet und begann im HauseMarienstrasse 12 mit 192 Kindern in 8 Klassen; zu Ostern
1881 kam die 9. und Ostern 1882 zugleich mit der Ueber-siedelung nach Alexanderstrasse 1 die 10. Klasse hinzu.Sie arbeitete nach dem Lehrplan für öffentliche, höhereMädchenschulen; ihre Frequenz hielt sich zwischen 192—299.Erst in diesem Schuljahre hat die Zahl sich auf 239 ge-mindert, weil Ostern 1888 die Ursulinerinnen die alte Schulewieder eröffneten. Die letztere wird von 157 Kindern in10 Klassen besucht.
Ausserdem ist noch die Schuback'sche Schule mitsimultanem Charakter in der Bismarckstrasse zu erwähnen.Diese ist auch aus kleinen Anfängen entstanden. ImJahre 1859 begann Frau Emma Schuback einen kleinenCursus mit 8 Schülerinnen, im Jahre 1864 wurde darauseine Schule mit 5 Klassen (jede mit zweijährigem Cursus)und bald steigerte sich die Frequenz so, dass der Ausbaueiner vollständig organisirten Schule nach den jetzigenAnforderungen mit 10 Klassen und einer Selekta vollzogenwerden konnte. 1887 ging die Schule an Frl. A. Schmidtmit 162 Schülerinnen über. Die etwa noch bestehendenPensionate für weibliche Erziehung treten in ihrer Thätig-keit von der Oeffentlichkeit zurück, da sie grösstenteilsauswärtige Schülerinnen haben. Sie kommen daher hiernicht in Betracht. Mit Freuden können wir bei dieser kurzen