HSntvÄckelung des Schulwesens zu Düsseldorf.
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Lehrercollegium bei Gelegenheit seines 25jährigen Amts-jubiläums zum Ausdruck gebracht, indem es ihn in derBegrüssungsschrift: „Düsseldorpiensis Gymnasii sospitator"d. h. Erhalter nennt. Ostern 1884 nach 40jähriger Leitungder grossen und hochgeachteten Anstalt trat Kiesel in denwohlverdienten Ruhestand und übergab dieselbe demGymnasial-Director Dr. August Uppenkamp, welcher schonseit langen Jahren als Director verschiedener Gymnasienthätig war. So ist die Hoffnung berechtigt, dass die Anstalt'unter der jetzigen Leitung mit den alten Traditionen zu-gleich den alten Geist, der sie zur Blüthe brachte, für dieZukunft bewahren wird.
Hiermit ist die Geschichte des alten Gymnasiumsdurchlaufen; wir haben gesehen, wie verschieden ihreGeschicke sich gestalteten. Zuerst tritt rasche Blüthe unterMonheim und Fabricius uns entgegen, dann rascher Ver-fall, eine Erneuerung der Schule durch die Jesuiten mitAbstreifung des zweifelhaften religiösen Charakters, welcheran ihr im 16. Jahrhundert haftete. Die erste Blüthe wirdnicht mehr erreicht, hierauf zweiter Verfall, der sich bis1803 hinzieht, endlich eine zweite Erneuerung im Jahre1805 mit Veränderungen vom Jahre 1814 und endlichgleichmässige Entwickelung zu dem heutigen Stande. Dassdie Darstellung etwas ausführlicher Wurde, wird man alsberechtigt anerkennen, wenn man bedenkt, dass das Gym-nasium mit den mehr oder weniger mit ihm zusammen-hangenden Facultätsstudien zeitweise der alleinige Trägeraller höheren Studien noch bis in dieses Jahrhundert hineinwar. Erst am 28. Mai 1838 erhielt dasselbe in der Real-schule, welche auf Grund der von Kortüm ausgearbeitetenInstruction für Realschulen vom Jahre 1832 eingerichtetwurde, eine Schwesteranstalt. Sie wurde unter HeinensLeitung mit drei Klassen in den alten vom Gymnasiumverlassenen Räumen des Franziskanerklosters eröffnet. DieAnstalt hatte anfangs das Latein nur als facultativen Lehr-gegenstand aufgenommen; da aber die Zahl der Latein-schüler immer zunahm, so sah sich die Schule genötigt,eine Schwenkung nach dem Gymnasiallehrplan zu machenund hat dieselbe heute soweit vollzogen, dass, wie Prof.Dr. Rothert in seiner Festschrift 1888 sagt, die eine Hälfteein humanistisches Gymnasium geworden, und die anderekein Realgymnasium mehr ist.
Wie seiner Zeit dem Gymnasium, so wurde bald derRealschule das alte Schullocal an der Citadellstrasse zueng. Nach mannigfachen Schwierigkeiten, die sich durchdie Kosten eines Neubaues einzustellen pflegen, bezog man