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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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278 Entwickelung des Schulwesens zu Düsseldorf.

absehen. Einen ähnlichen Gedanken äusserte er, wie obenerwähnt, als es sich um die Verbindung der Kunst-Akademiemit dem Gymnasium handelte. Um sein ideales Ziel zuerreichen, musste K. sich nach guten Lehrkräften um-sehen. So berief er Theodor Brüggemann und FriedrichKohlrausch, Männer, welche hier und später in hohenStaatsämtern segensreich gewirkt haben. Im September1822 wurde Kortüm zum Consistorial- und Schulrath beider Regierung zu Düsseldorf ernannt, er blieb jedoch ersterDirector des Gymnasiums, während Brüggemann als zweiterDirector die eigentliche Leitung erhielt. 1827 übeiliessKortüm seinem Nachfolger alle Geschäfte, der nun denvollen TitelDirector" führte.

Die Blüthe der Anstalt nahm fortwährend zu; 1822wurde die Prima in zwei Abtheilungen getrennt, die Schüler-zahl stieg auf 290 und 1823 auf 309, 1824 auf 393; 1825finden wir Quinta und Quarta in 2 Cöten getheilt, 1826die Obersecunda von Untersecunda getrennt. Von da absinkt die Frequenz, weil die Schüler in den dunklen Räumendes Franziskanerklosters keinen Platz fanden. Kortümsenergischem Einschreiten ist es zu verdanken, dass endlichder Bau des neuen Gymnasialgebäudes in der Alleestrassebegonnen wurde. Herbst 1831 wurde die Schule dahinverlegt, Brüggemann, der diesen Augenblick so sehr er-sehnt hatte, folgte nicht dahin, ebensowenig führte er seinVorhaben aus, die Geschichte des Gymnasiums von 1805bis 1831 bei Gelegenheit der Uebersiedelung zu schreiben.Er ging nämlich als Provinzial- Schulrath nach Coblenzund 1839 als Geheimer Regierungsrath nach Berlin in dasCultusministerium. Am 17. October 1832 wurde Dr. FranzWüllner feierlich durch seinen Vorgänger eingeführt; beidieser Gelegenheit wurde die Aula zum ersten Male be-nutzt. Am 31. October 1833 hatte die Anstalt die hoheEhre, von dem damaligen Kronprinzen Friedrich Wilhelmbesichtigt zu werden; das Lehrercollegium begrüsste ihnin einer alcäischen Ode.

Wüllner starb leider schon am 22. Juni 1842. ImApril 1844 übernahm Dr. Karl Kiesel aus Coblenz dieDirection der aufblühenden Schule. Es würde uns zu weitführen, wenn wir hier auseinandersetzen wollten, in welcherWeise das Düsseldorfer Gymnasium unter Kiesels Leitungseinen unter vorzüglichen Dirigenten erworbenen gutenRuf noch erhöhte, wie die stets wachsende Schülerzahldazu nöthigte, fast alle Klassen in zwei Cöten zu trennen,so dass sozusagen ein Doppelgymnasium mit gegen 600Schülern entstand. Was Kiesel hierbei leistete, hat das