Druckschrift 
Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
Entstehung
Seite
277
Einzelbild herunterladen
 

Entwickelung des Schulwesen» zu Düsseldorf.

277

Theil der Kunstakademie, die Zeichenschule und Architekturmit einigen Sammlungen aufnehmen.

Die Lehrer waren grösstentheils schon bejahrte Geist-liche, denen besonders die griechische Sprache fast gänz-lich fremd war. Man berief daher einige Weltliche, wieden Astronomen Benzenberg, der sich durch die Auffindungdes Fallgesetzes berühmt gemacht hatte, ferner den Pro-fessor Schräm, welcher jedoch wenig Anlagen zum Lehrerhatte. Im Jahre 1812 führte der Rector Schallmayerdie philos. Klasse, Prof. B r e w e r unterrichtete dort inder Mathematik, in der 1. Klasse gab Prof. C r e m e r Rhe-torik und Poetik, ferner Griechisch und Latein. Prof.Schräm unterrichtete im Deutschen, Daulnoy imFranzösischen. Der 2. Klasse stand Prof. Eisermannvor, der 3. Prof. Hohenadel, der 4. Prof. D a h m e n ,der Vorbereitungsklasse Prof. Asthöver. An der Spitzedes Lyceums stand Jacob Schallmayer, der in Bonn Pro-fessor der Theologie gewesen war. Unter ihm sank, wieaus den Akten hervorgeht, die Zucht bedenklich, dahererhielt Karl "Wilhelm Kortüm, welcher seit 1810 als Haus-lehrer in Düsseldorf weilte, 1812 vom Minister Napoleons,dem Grafen Nesselrode, den Auftrag, Vorschläge zur Um-gestaltung des Düsseldorfer Lyceums auszuarbeiten. SchonNapoleon hatte in seinem Decret betreffs Errichtung einerUniversität auch das Lyceum ins Auge gefasst. Z. B. be-stimmt Art. 14: II sera etabli un Lycee ä Dusseldorf, lesprofesseurs seront au nombre de 8. Art. 15: II sera 6tabliun pensionnat dans le Lycee. Art. 16: Le gouvernement©ntretiendra dans le Lycee de. D. 60 eleves qui seront de-signes parmis les fils de militaires et fonctionnaires. Ils8eront nommes par nous. Napoleon hatte also nicht nur«ine Erweiterung des Lyceums in Aussicht genommen,sondern auch ein grosses staatliches Alumnat errichtenwollen, ein Gedanke, der später 1819 für kurze Zeit ver-wirklicht wurde.

Als Rector Schallmayer bedenklich erkrankte, wurdeKortüm am 6. Mai 1813 zum Direktor des Lyceums er-nannt; er ist als der eigentliche Reorganisator des Gym-nasiums zu betrachten. Die erste Frucht seiner ArbeitenWar ein ausführlicher Lehrplan für 6 Klassen, die ersteund zweite Klasse mit zweijährigem Cursus. Die Frequenzbetrug 140 Schüler. Im Programm 1814 gibt Kortüm,Welcher auch ordentliches Mitglied der Schulcommissiongeworden war, Bericht über die Ziele des neu eingerich-teten Gymnasiums; es soll von allem dem, wjis für dennächsten Zweck, für den sogenannten Nutzen gelehrt wird,