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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Entwickclung des Schultveaens zu Düsseldorf.

anfangs ansehnlich bereichert auf Grund einer Ver-ordnung, wonach jeder angestellte Beamte ein Werk vongrösserem Umfange im Werthe von mindestens zehn Thalernan sie abgeben musste. Daneben bestand noch eine Samm-lung als Handbibliothek, die im Local der Landesbibliothekzur Benutzung des Publicums aufgestellt war. Heute dientdiese Bibliothek, die allmälig durch regelmässige Zuschüssedes Staates auf 50,000 Bände angewachsen ist, den In-teressen der Wissenschaft für Stadt und Umgegend.

Die politischen Verhältnisse am Ende des 18. und amAnfang des 19. Jahrhunderts hatten alle höheren Studienin Düsseldorf dem Untergang nahegebracht, aber in denZeiten der politischen Umwälzungen kam wieder neuesLeben in alle der Wissenschaft gewidmeten Veranstal-tungen, denn ein frischer Hauch wehte nicht nur auf demGebiet des nationalen Bewusstseins, sondern auch aufallen Gebieten des Wissens und Könnens raffte sich mächtigder zu frohem Schaffen angeregte menschliche Geist auf.Dass bei diesem neuerwachten Streben das Schulweseneine Umgestaltung erfuhr, ist selbstverständlich. Aberschon ehe die Entscheidung in den Befreiungskriegen ge-fallen war, wandte man seine Aufmerksamkeit auf dieSchule. Auch in Düsseldorf war man darauf bedacht, dasalte Gymnasium den neuen Anschauungen entsprechendumzugestalten. So wurde die Verordnung vom 20. Nov.1805 erlassen. Dieselbe führt die Gegenstände des Unter-richtes und die Aufnahmebedingungen an. Es werdengelehrt: die griechische und lateinische Sprache mit derentsprechenden Leetüre, dazu die Alterthümer, die Archäo-logie, Mythologie, alte Geographie, reine Mathematik,Physik und Astronomie, Rhetorik, Logik und Erfahrungs-seelenlehre, deutsche und französische Sprache, Stilübungund Declamation, ältere und neuere Geschichte, Geographie,Naturgeschichte, gewöhnliches Rechnen, Schönschreiben,Zeichnen, Botanik und Vocalmusik. Den Religionsunter-richt für die katholischen Schüler giebt der Rector desLyceums. Zur Aufnahme wird nur fertiges Lesen undSchreiben der deutschen Sprache erfordert. Das Schul-geld, 20 Rthlr. betragend, wird an den Rector bezahlt,der eine Karte als Quittung verabfolgt. Am Schlüsse derVerfügung wird die Privat-Pensionsanstalt des ProfessorKuithan für auswärtige Schüler empfohlen. Der Unterrichtwurde in dem ehemals von den Franziskanern bewohntenKloster an der Citadelle, und zwar in 5 Sälen gegeben.Mit dem Beginn des Winters 1807 wurde eine Vorbereitungs-klasse eingerichtet und dafür ein besonderer Lehrer an-gestellt. Im Jahre 1810 musste das Kloster auch einen