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Entwickelung des Schulwesens zu Düsseldorf.
Geschichte oder Mythologie entnommen, sich zu einerHuldigung des anwesenden Fürsten zuspitzte und derPrämienvertheilung vorausging. Mit diesen Vorspielenwaren jedenfalls rhythmische Bewegungen verbunden, dennsie werden auch Tänze genannt. Wir dürfen also annehmen,dass mit diesen theatralischen Aufführungen gegen EndeSeptember das Schuljahr geschlossen wurde, dass aberschon während des ganzen Sommers Disputationen, welchesich auf alle Gebiete des Wissens erstreckten, unter Auf-sicht eines Professors von den Zöglingen der studia superioraabgehalten wurden. Die Schülerverzeichnisse zeigen mirwenige Namen von auswärtigen Schülern. Mayen, Rhein-berg, Aachen, Venlo, Gladbach, Blankenstein sind zeit-weise vertreten. In dem Programm von 1789 finden wirnur 4 Klassen: 1. Grammatica inf. mit 32 Schülern, 2. Gramm,sup. mit 23, 3. Rhetorica inf. mit 18, 4. Rhetorica sup. mit23 Schülern, im Ganzen 96 Schüler. Im Programm 1798sind nur noch 52 namentlich aufgeführt. Wir können darausden Schluss ziehen, dass die Anstalt, als 1773 der Jesuiten-orden aufgelöst wurde, allmälig dem Zerfalle entgegen-ging. Zwar übernahmen die Congregationisten (Exjesuiten)mit einzelnen Franziskanerpatres den Unterricht, aber ohnenennenswerthen Erfolg, bis durch den Reichsdeputations-hauptschluss im Jahre 1803 die Anstalt gänzlich aufgelöstwurde.
In dem Lectionsplan der Schule Monheims und derJesuiten lagen gewisse Keime für eine Anstalt, die überdas Ziel der höheren Schulen als Mittelschulen zwischenElementarschule und Universität hinausgingen. Man kannnämlich deutlich erkennen, dass in den oberen Klassenauch eine Vorbereitung für diejenigen vorgesehen war,welche auf Grund einer besonderen Vorbildung Anspruchauf ein öffentliches Amt machten. Schon Herzog Johannversuchte es, wie wir oben sahen, in Düsseldorf eine förm-liche Akademie zu gründen; er gab diesen Gedanken erstdann auf, als ihm die Entfernung des in kirchlichen Dingenzweideutigen Monheim als Vorbedingung auferlegt wurde.— Aber nur die Theologen und Juristen erhielten einigeAnleitung durch Erklärung der Institutionen und des altenund neuen Testamentes in der fürstlichen Particularschule;für dieMediciner geschah nichts. Bei den Jesuiten war schonin den obenerwähnten studia superiora eine Art Facultätfür Theologie und Philosophie gegeben; an dem zweijährigenphilosophischen Cursus nahmen auch Juristen und Medi-ciner Theil, während der vierjährige theologische speciellfür den Ordensnachwuchs und die Weltgeistlichen bestimmtwar. Drei für die Philosophie bestimmte Professoren trugen