Enlwickclung des Schulwesens zu Düsseldorf.
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unterste Klasse der alten Trivialschule neben den neuenAnstalten immer unter städtischem Patronat fortbestandenhat. Nach 1676 berichtet der Rath an den Herzog, dasadie Stadt mit einem lateinischen und deutschen Schul-meister gar wohl versehen sei.
Mit dem Gymnasium der Jesuiten war auch eine An-stalt für arme Theologen verbunden, welche ein Canonicusder Stiftskirche, Peter Lair, unter dem Titel des Erlösers(Salvatoris) gegründet hatte. Die Jesuiten richteten dieihnen übertragene Schule nach der: ratio et institutiostudiorum societatis Jesu vom Jahre 1599 ein; Latein-schreiben und -sprechen, Gewandtheit in der Logik undRhetorik waren die Hauptziele. Die studia inferiora, etwadem heutigen Gymnasium entsprechend, umfassten 5 Klassen:1. Infima, 2. Grammatica, 3. Syntaxis, 4. Poetica oderHumanitas, 5. Rhetorica. 1—3 incl. hiessen auch Gramma-tica, die beiden oberen Humanitas. Jede Klasse war auf«in Jahr, die Rhetorica auf zwei Jahre berechnet. Aufdiese Klassen folgten die studia superiora oder Lyceal-klassen, die in einem zweijährigen philosophischen Lehr-gang (Logica) und ein vierjähriges Fachstudium zerfielen.Mittel auf die Schüler einzuwirken waren: die Ämulation,das Concertiren, die Wahl der Magistrate durch die Schülerund zahlreiche Preisvertheilungen. Es liegen dem Verf.die aus der Gymnasialbibliothek bereitwillig zur Verfügunggestellten Programme der Jahre 1755, 1761, 1789 und 1798vor. Das erste enthält ein Trauerspiel „Jephte", welches,dem alten Testament (Buch der Richter, Cap. XI) entnom-men, am 24. und 25. September offenbar in Gegenwartdes Landesherrn von der „auserlesenen" Jugend der6- Klasse aufgeführt wurde. Am Schlüsse fand unter einerdem Geschmack der Zeit entsprechenden Huldigung desHerzogs die Preisverteilung, welche meist in Büchernbestand, statt. Reichhaltiger ist das zweite Programm,Welches folgendes enthält: die durch Prämien ausgezeich-neten Schüler der Rhetorik, Humanitas, der Grammaticam ihren drei Abtheilungen, dann folgen Thesen aus demGebiete der Philosophie, Arithmetik, Theologie und Ge-schichte für die Zöglinge, welche die studia superiora ver-traten. Im Sommer wurden förmliche Disputationen inder Aula vor dem Publicum, auch wohl in Gegenwart desbürsten abgehalten. Der, welcher die Thesen aufstellte,hatte dieselbe gegen alle Anwesende zu vertheidigen und*ls richtig zu beweisen. Beigefügt ist endlich eine genaueInhaltsangabe des aufgeführten Trauerspiels: „Themistocles,e J^ Opfer der Liebe zum Vaterlande." Mit dem Haupt-stück war ein Vorspiel verbunden, welches, der römischen