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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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266 Entwickelung des Schulwesens zu Düsseldorf.

Hermann Vielhaber 1589 berufen wurde. Aber weder ernoch sein Nachfolger Aldringer konnte den Zerfall der Schuleaufhalten. Wie sehr die Zucht schon vorher gesunken war,zeigt eine Verfügung des Herzogs vom 18. Febr. 1581. Hierinlässt derselbe dem Magistrat befehlen, anlässlich des Tumultesder Studenten gegen den Schultheiss, wobei sich auch Bürgerund Handwerksgesellen betheiligt haben, die Namen derstudentischen Anhänger und Rädelsführer anzugeben, welchedie Schule erbrochen, die Schulglocke gezogen und geläutet,mit Steinen geworfen, den Tumult besonders befördert, dieGefangenen zu befreien versucht, das Wort für die Studentengeführt haben u. s. w. Durch solche Vorfälle wurde dieBürgerschaft immer wieder an das Vorhandensein einerin Verfall gerathenen Schule erinnert. Mit Wehmuth nenntsie in den Eingaben immer wieder die glänzenden Nameneines Monheim und Fabiieius und ist bedacht, durch Er-höhung des Lehrereinkommens bessere Lehrkräfte zu er-halten, wie dies die Bittschrift des Magistrats an den Herzogvom 4. Febr. 1594 hervorhebt. Im November desselbenJahres wiederholt er die Bitte bezüglich Anstellung einesTertianorum (Lehrers der III. Klasse) und Sextanorum(Lehrers der VI. Klasse), damit die Schule wieder zu demfrüher weitberühmten Flor gelange, und schlägt zum Sexta-norum den Ludgerus Mehrenscheidt als geeigneten Mannvor. Er theilt auch mit, dass der jetzige NullanorumWeinzapf treibe, was doch keinem Schulmeister zuthun gebühre. Dieser sei ermahnt es aufzugeben, thuees aber nicht.

Eins der ältesten Documente für die humanistischeSchule Düsseldorfs im 16. Jahrhundert ist eine Disciplinar-verordnung für die Studenten, die auch Clerici genanntwerden. Das Alter derselben geht aus der Sprache undSchrift deutlich hervor. Sie enthält eingehende Bestim-mungen über das Verhalten der Zöglinge ausserhalb derSchule bei Tag und Nacht, über ihr Verhältniss zum Wirth,genaue Anweisungen über Miethpreis der Herberge; amSchluss wird die Nothwendigkeit der Errichtung einesKrankenhauses für die Cleriker und die Gründung einerBibliothek, die etwa über der Sakristei Platz finden könnte,hervorgehoben. Diese Disciplinar- Gesetze haben schonKortüm und Krafft abgedruckt und verwerthet; beidegaben ausserdem das an den Bürgermeister und Rath am21. Juli 1556 eingereichte Lectionsverzeichniss der Schuleals Beilage heraus. Aus demselben geht hervor, dass auchin den Oster- und Michaelisferien die Schule eigentlichnicht geschlossen wurde, denn es wurde in der 2. und 3. Klassegelesen; die Dialoge des Lucian, Briefe Ciceros, Oden des