Druckschrift 
Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
Entstehung
Seite
265
Einzelbild herunterladen
 

Entwickelung des Schulwesens zu Düsseldorf.

265

Heterodoxie immer mehr ab, während das Jesuitencollegiumzu Cöln sich hob. Als Monheim im Jahre 1564 starb, batdie Stadt den Herzog, den bisherigen Conrector FranzFabricius zu dessen Nachfolger zu ernennen und ihm denJohann Brachelius als Conrector beizugeben. Dieser führtedas Rectorat in demselben Geiste wie Monheim, legte abernicht den Nachdruck auf die theologischen Studien, sondernauf die Leetüre der klassischen Schriftsteller. Gestütztauf eine umfassende Gelehrsamkeit, die ihn Männern, wieTurnebus, Lambinus nahe brachte, ausserordentlich ge-schickt im Lehren und geliebt wegen seiner edlen Persön-lichkeit, wusste er bis zu seinem Tode 1573 die Blüthe derAnstalt zu erhalten. (Seine zahlreichen Ausgaben derKlassiker führt Kortüm p. 35 fgg. an.) In wie einfachen Ver-hältnissen er lebte, zeigt auch der Umstand, dass seineTochter Mechtildis sich nach seinem Tode an den Magistratmit der Bitte wandte, ihr in Anbetracht der Dienste ihresVaters eine Unterstützungfür Brod und Bier" zukommenzu lassen. 10 Thaler wurden ihr bewilligt. 1573 nahm Diet-rich von der Horst, Amtmann zu Düsseldorf, mit dem Magi-strate den Magister Heinrich Betuleius als Conrector an.Derselbe versprach in seiner AnstellungsurkundemitVisitirung der Herbergen auf den Spieltagen und, wannes sonst die Nothdurft und Gelegenheit am meisten erheischt,keinen Ernst zu sparen. Er soll auch die Jugend nichtallein in liberalibus artibus und graeca und latina linguaunterrichten, sondern besonders zu Gottes Furcht undallen ehrlichen Tugenden und guten Sitten treiben, zudemsie nichts lehren, das der allgemeinen katholischen Religionzuwider ist."

Schnell, wie das Wachstum der Schule gewesen war,trat auch der Verfall ein. Da die erledigte Rectorstellenicht sofort besetzt wurde, so zogen sich die Schüler ander-wärts hin; die truchsessischen Unruhen, der niederländisch-spanische Krieg, später die Thronstreitigkeiten lenkten denBlick von der Monheimschen Schule ab. Auch der sonstfür das Blühen der Schule so besorgte Herzog WilhelmHess den Verhältnissen ihren Lauf, denn schon vor demTode des Fabricius wurde er 1566 vom Schlage gerührtund war unfähig, energisch für die Berufung eines tüch-tigen Rectors zu sorgen. Nur die Bürgerschaft und dieSchüler vergassen nicht den einstigen Glanz des gymnasiumillustre. In zahlreichen Eingaben wurde der Magistrataufgefordert, beim Herzog um Wiederherstellung der Anstaltvorstellig zu werden; er wurde daran erinnert, wie einstdie Stadt und Umgegend viele Vortheile von den zahlreichenSchülern genossen habe. Man erreichte es endlich, dasa