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Entwickelung des Schulwesens zu Düsseldorf.
Caster 23 Gulden 8 Albus, aus der dortigen Vikarie 20 MalterRoggen, 8 Malter Gerste, aus der Vikarie zu Born 14 %Malter Roggen und 13y 2 Malter Hafer, ebenso bestimmteAbgaben in Geld und Getreide von der Vikarie Blanken-berg, St. Thomas zu Düsseldorf, aus Schellenberg, Ravens-berg, alles Gefälle, welche der Herzog der Schule geschenkthatte.
Das erhaltene Lectionsverzeichniss vom 21. Juli 1556lässt uns einen tiefen Blick in die Verfassung derselbenthun. Es waren vorhanden 7 Klassen (Secunda, Tertia,Quarta, Quinta, Sexta, Septima und Infima), an derenSpitze je ein Lehrer mit dem Titel Conrector, Lector oderPräceptor stand; praefecti waren Jünglinge, welche unterAufsicht des Lehrers die Lectionen wiederholten. Als Gegen-stände des Unterrichts werden genannt: für Secunda:Aristoteles, Caesar, Justinians Institutionen; in combinirtenLectionen: die Reden des Demosthenes und Cicero. Auchin den anderen Klassen findet sich die Leetüre des Cicero,Vergil und Terenz, in Sexta und Septima Aesops Fabeln,das I. Buch von Ciceros Briefen mit Auswahl. Die Haupt-fächer waren überhaupt Griechisch, Latein und Religions-lehre, während die neueren Sprachen, darunter die deutsche,nicht gelehrt wurden. Die Schüler unterstanden nach derLage ihrer Wohnungen der Aufsicht eines bestimmten Lehrers;z. B. hatte der Conrector die Aufsicht über die Schüler,welche in der Ratingerstrasse wohnten, Steinhauer überdie Wohnungen in der Nähe des alten Schlosses und derDussel, Bergwald über die Mühlenstrasse, den Markt biszum alten Schloss, Kaiser über Berger-, Rhein- und Zoll-strasse, der Lehrer der Sexta über die Kurzestrasse undden Hunsrück, der der Septima über die Bolker- und Neu-strasse, der Präceptor der untersten Klasse über die Flinger-strasse. Dies Verzeichniss ist auch besonders deswegenvon Interesse, weil aus diesem der Umfang hervorgeht,den Düsseldorf vor 300 Jahren hatte.
Tüchtige Lehrer unter Leitung des geistvollen Rectorserzielten bald solche Erfolge, dass das Düsseldorfer Gym-nasium zeitweise 1700—2000 Schüler zählte. Störend fürdie Dauer dieses blühenden Zustandes war die zweifelhafteStellung, welche Monheim, der allerdings dem religiösenHader abgeneigt war, im Kirchenstreit einnahm. SeinKatechismus verwickelte ihn in Streit mit der theologischenFacultät zu Cöln. Der Herzog sah sich daher genöthigt,das Buch für den Schulgebrauch zu verbieten und denKatechismus von Canisius an die Stelle zu setzen. Trotz-dem nahm die Frequenz der Schule wegen des Rufes der