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Entwiekelung des Schulwesens zu Düsseldorf.
Bie erst unter dem Rectorate des Joh. Pet. Reitz (1755 bis1797), des verdienstvollen Lehrers der beiden Jacobi, auf.Nach dessen Tode verfiel die Schule schnell; denn es wurdekein Rector angestellt, sondern ein Prediger gab den SchülernGelegenheit, privatim das Lateinische zu lernen. DiesesSchicksal des Zerfalles theilte die gleichalterige Genossin,die reformirte Schule, mit ihr. 1804 gingen beide ein undihre Lokale wurden anderweitig verwerthet. Die beidenevangelischen Elementarschulen, die lutherische und refor-mirte, aber hielten sich. 1835 wurde eine Freischule be-sonders eingerichtet. Diese drei Gemeindeschulen gingen1858 in den Besitz der Stadt über; dazu sind 1875 und 1884noch zwei neue gekommen, so dass jetzt 5 evangelischeVolksschulen bestehen. An diese schliesst sich die 1822gegründete Rettungsanstalt Düsselthal, wozu 1854 alsFiliale die demselben Zweck dienende Anstalt Zoppen-brück trat.
Während man sich mit der geschilderten Lage desniederen Schulwesens bis in die Neuzeit begnügte, erwiesensich die Strömungen, welche eine Hebung der höherenStudien veranlassten, ungleich mächtiger. Hatte doch dieWiedergeburt der klassischen Alterthumswissenschaft auchin Deutschland den Eifer für dieselbe geweckt, war ja inHolland 1371 das Institut der Brüder vom gemeinsamenLeben, welches so Grosses für die Schulen des westlichenund nördlichen Deutschland leistete, gegründet worden.Diese Anregungen mögen auch die Düsseldorfer Bürger-schaft geleitet haben, als sie 1535 die oben erwähnte Bitt-schrift betreffs Verbesserung der Trivialschule bei demMagistrate einreichte. Die Adresse dieses Gesuches, welcheeigentlich an den Scholasticus und das Kapitel hätte ge-richtet werden müssen, zeigte schon, dass man die Schuledem geistlichen Einflüsse möglichst entziehen wollte. Esregierte damals im Herzogthum Berg Herzog Johann; diesemgelang es, für seinen Sohn Wilhelm einen dem Kreise derHumanisten, besonders dem Erasmus nahestehenden Ge-lehrten, Conrad von Heresbach, als Erzieher zu gewinnen.Als Wilhelm im Jahre 1539 nach dem Tode seines Vatersdie Regierung übernommen hatte, behielt er Heresbachals fürstlichen Rath in seiner Umgebung. Dieser und derJülichsche Kanzler von Gogreve wussten den Herzog zurErrichtung einer den neuen Ideen entsprechenden Schulezu bestimmen. Ob und wie man bei diesem Vorhaben sichmit dem Scholasticus in Verbindung setzte, ist bei demMangel an urkundlichem Material nicht mehr zu bestimmen.Genug, als es sich um die leitende Persönlichkeit handelte,fiel die Wahl auf Johann Monheim. Dieser, auf der huma-